Anleger, die eine Falschberatung oder gar arglistige Täuschung beim Abschluss von stillen Beteiligungen nachweisen können, haben Anspruch, ihr Geld komplett zurückzuerhalten. Das hat der Bundesgerichtshof (BGH) jetzt in einem Urteil zur Göttinger Gruppe klar gestellt (Az. II ZR 6/03). Damit bestätigt er seine aktuelle Grundsatzentscheidung (siehe BGH: Gesellschafter erhält sein Geld zurück).

Die Beklagte war ein Unternehmen der Göttinger Gruppe, das in Immobilien und Unternehmensbeteiligungen investiert. Der klagende Anleger war am Gewinn, aber auch am Verlust beteiligt. Am Ende der Laufzeit sollte das Guthaben als Monatsrente („Securente“) an ihn ausgezahlt werden.

Bisher bekamen Anleger beim Ausstieg allenfalls den Betrag, den ihre Beteiligung dann noch wert war. Oft war das weniger, als sie eingezahlt hatten.

Der BGH gab den Fall nun zurück an das Oberlandesgericht Hamm. Die Richter dort müssen prüfen, ob der Anleger beim Erwerb der Beteiligung tatsächlich falsch beraten wurde.

Tipp: Wer glaubt, bei Vertragsschluss getäuscht oder durch Verschweigen von Risiken falsch beraten worden zu sein, sollte zum Anwalt gehen. Gerichte wenden die neue Rechtsprechung an (siehe Risiken heruntergespielt).

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