Die Staatsanwaltschaft Braunschweig hat das Ermittlungsverfahren wegen Kapitalanlagebetrugs gegen Verantwortliche der Göttinger Gruppe Holding und der Securenta AG eingestellt. Laut Staatsanwalt Eckehard Niesroj lässt sich der Vorwurf des Betrugs durch Betreiben eines so genannten Schneeballsystems nicht belegen.

Die Einstellung des Verfahrens sage nichts darüber aus, wie sicher die Geldanlagen seien, heißt es in der Verfügung der Behörde. Dort wurde drei Jahre lang aufgrund einer Strafanzeige des ehemaligen Bundesaufsichtsamts für das Kreditwesen ermittelt. Die Einstellung des Verfahrens stößt bei Anlegern und Aktionären auf Kritik.

Anleger, die Guthaben aus Unternehmensbeteiligungen nach Ablauf der Verträge bisher gar nicht oder nur teilweise ausbezahlt bekamen, bezweifeln, dass ihr Geld wirklich investiert wurde. Securenta-Aktionäre beklagten, dass ihre für über 100 Mark gekauften Aktien nur noch 10 Cent pro Stück wert seien.

Wie berichtet, war den Aktionären erst im September der Verlust von mehr als der Hälfte des Grundkapitals der Firma mitgeteilt worden. Nach dem Bilanzverlust von 100 Millionen Euro in 1999 müsste für 2000 mit Verlusten von 150 Millionen Euro gerechnet werden. Dabei hatte Vorstandssprecher Jürgen Rinnewitz noch Ende 2001 mitgeteilt, dass die Securenta in 2000 wieder einen Überschuss erzielt habe. Die Jahresabschlüsse für 2000 und 2001 sind für Ende 2002 und das erste Quartal 2003 angekündigt. Rinnewitz rechnet mit „roten“ und „schwarzen“ Nullen.

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