Der Bundesgerichtshof (BGH) hat in mehreren Fällen Anlegern der Göttinger Gruppe Recht gegeben. Die Kunden des Unternehmens, die ihr Geld nach 1998 in die Beteiligung „Securente“ steckten, können ihre gesamte Einlage zurückverlangen. Für die Göttinger Gruppe könnten die Urteile den Untergang bedeuten, wenn nun Tausende Anleger ebenfalls auf Schadenersatz klagen. Der BGH hat über zwei Fallgruppen entschieden:

Ab 1998: Anleger, die nach dem 1. Januar 1998 Verträge abgeschlossen haben, können Schadenersatz verlangen. Sie können sich auf mangelhafte Aufklärung berufen, weil ihnen die Rentenzahlung am Ende der Vertragslaufzeit als sicher dargestellt worden ist.

Vor 1998: Vor dem 1. Januar 1998 gab es die Aufklärungspflicht in dieser Form noch nicht, erklärte der BGH. Solche Anleger können deshalb nur die Auszahlung des Auseinandersetzungsguthabens verlangen, also des Wertes, den ihre Beteiligung zurzeit hat.

Einige Fälle der zweiten Gruppe verwies der BGH zurück an die Berufungsgerichte. Diese sollen klären, ob Anleger über andere Umstände falsch aufgeklärt worden sind.

So soll geprüft werden, ob der weit überwiegende Teil des Anlegergeldes für Provisionen verwendet wurde, sodass ein Gewinn für Anleger unwahrscheinlich war (Az. II ZR 124/03, II ZR 140/03, II ZR 149/03, II ZR 180/03 und II ZR 310/03).

Die Göttinger Gruppe steht seit Jahren auf der Finanztest-Warnliste.

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