Göttinger Gruppe Meldung

Glimpflich für die Göttinger Gruppe (GG) ging im Juni der vom Extrainer Winfried Schäfer gegen den Fußballverein Tennis Borussia Berlin (TeBe) angestrengte Prozess aus. Schäfer hatte seine Weiterbeschäftigung bis Juni 2002 und damit rund vier Millionen Mark Gehaltszahlung gefordert. Das Landesarbeitsgericht Berlin verurteilte TeBe lediglich zur Zahlung eines Monatsgehalts plus anteiligen Weihnachtsgelds in Höhe von knapp 240.000 Mark wegen vorzeitiger Vertragsbeendigung.

Damit folgte das Gericht der Argumentation von TeBe, dass Schäfers Vertrag nur für die 1. und 2. Bundesliga gegolten habe. Die 240.000 Mark zahlen muss der ehemalige Geldgeber und Sponsor des Berliner Fußballvereins, die Göttinger Gruppe.

Der Finanzkonzern, der wegen seiner umstrittenen Beteiligungsangebote ins Gerede kam, hatte 1996 den Verein sozusagen übernommen. Binnen kurzer Zeit wollte man TeBe zum Erstligisten und Champions-League-Teilnehmer machen. Dafür sammelten die Göttinger im Rahmen einer TeBe-Beteiligungsgesellschaft auch Anlegergeld ein. Ziel war es unter anderem, mit den Fußballern sowie durch die Werbung des Fußballs für die Göttinger Gruppe viel Geld zu verdienen.

Im Prozess selbst wurde noch einmal deutlich, wie großzügig die Göttinger und ihr Kopf Erwin Zacharias mit dem von Anlegern eingesammelten Geld umgingen. Bei dem Versuch, die TeBe-Kicker in die 1. Bundesliga zu bringen, setzten sie 80 Millionen Mark in den Sand. Schließlich mussten sich die Göttinger vor Gericht von Schäfers Anwalt anhören, dass sie den Lizenzentzug für TeBe und damit den Abstieg aus der 2. Bundesliga vorsätzlich herbeigeführt hätten, um vorzeitig aus dem Sponsorenvertrag aussteigen zu können. Für Anleger und TeBe war das Engagement der GG im Fußball erfolglos. TeBe stieg inzwischen in die vierte Liga ab.

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