Glutenfrei essen Freiwil­liger Verzicht tut nicht gut

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Etwa 1 Prozent der Bevölkerung verträgt Gluten nicht, das Klebereiweiß in Getreide. Für Betroffene sind Getreide­produkte tabu. Weit­aus höher ist jedoch die Zahl derer, die freiwil­lig darauf verzichten. Zwei US-amerikanische Studien zeigen: Empfehlens­wert ist das nicht.

Höherer Gluten­konsum gut fürs Herz

Das Herz profitiert nicht vom Gluten­verzicht, schreiben die Forscher im British Medical Journal. Sie hatten Daten von rund 110 000 herz­gesunden Teilnehmern zweier Lang­zeit-Ernährungs­studien im Hinblick auf deren Gluten­konsum ausgewertet. Fazit: Von den Viel­verzehrern erkrankten in einem Zeitraum von 26 Jahren etwas weniger am Herzen als unter den Wenig­verzehrern. Grund: Wer auf Gluten verzichtet, nimmt auch weniger Voll­korn­produkte zu sich. Die aber sorgen für viele positive Effekte, die enthaltenen B-Vitamine schützen das Herz.

Tipp: Insbesondere Kinder sollten keine glutenfreie Kost bekommen, wenn das nicht notwendig ist. Sie sind auf die Vorteile von Voll­korn­produkten angewiesen. Mehr zum Thema in unserem Special Glutenfrei, laktosefrei und Co.: Welche Versprechen relevant sind.

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Miike am 03.10.2017 um 07:31 Uhr
... etwas plakativ ... oder nicht ganz richtig ...

Ich finde die Aussage "Höherer Glutenkonsum gut für´s Herz" mindestens gewagt, wenn nicht sogar falsch. Erst einmal gibt der (Meta)Studienersteller SELBST an, keinen RELEVANTEN Unterschied zwischen den beiden Vergleichsgruppen Oberstes/Unterstes Fünftel gefunden oder erkannt zu haben. Zum Zweiten ist die Beobachtungsgruppe von 110.000 und der Beobachtungszeitraum von 26 Jahren viel zu groß, um aus dem Unterschied von 352 zu 277, was einem Prozentwert von 0,07 entspricht (70 Promille), eine solche Ableitung zu tätigen. Zum Dritten wird die Wirkung von Gluten als Klebereiweiß auf das Verdauungssystem, das Gehirn, das Nervensystem und die Haut völlig vernachlässigt. Ich stimme zu, dass dies nicht Gegenstand der Studie war.
Ich gehöre nun keiner direkten Interessengruppe an, kann aber nicht verhehlen, dass mir die Tendenziösität im Artikel missfällt.
Mit besten Grüßen
Miike Keppler
Akademie für Coaching, Gesundheit und Führung GmbH
Geschäftsführer