Glüh­wein Das sollten Sie über den Advents-Drink wissen

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Glüh­wein - Das sollten Sie über den Advents-Drink wissen
© Fotolia / M. Aver

Morgen öffnen bundes­weit die Weihnachts­märkte. Dann gibt es wieder gebrannte Mandeln, Lebkuchen­herzen – und natürlich Glüh­wein. Millionen Liter trinken die Deutschen jedes Jahr auf Weihnachts­märkten. Doch nicht alles, was Glüh­wein heißt, ist auch einer. Selbst gemacht lässt er sich zu Hause ganz individuell genießen. test.de über der Deutschen liebstes winterliches Heiß­getränk.

Was Glüh­wein ist, ist klar geregelt

Die EU-Verordnung über aromatisierte Wein­erzeug­nisse ist streng. Danach darf „Glüh­wein“ generell nur aus Rot- oder Weiß­wein hergestellt werden. Ist nur von Glüh­wein die Rede, ist roter Wein die Basis. Wird Glüh­wein aus Weiß­wein zubereitet, muss er auch so genannt werden, zum Beispiel „Weißer Glüh­wein“. Glüh­wein muss mindestens 7 Volumen­prozent Alkohol haben, höchs­tens 14,5. Nicht erlaubt ist es, weiteren Alkohol zuzu­geben. „Glüh­wein mit Schuss“ darf sich deshalb auch nicht so nennen, möglich wäre aber „Glühpunsch mit Rum“. Wird das Heiß­getränk aus Frucht­wein hergestellt, muss es so bezeichnet werden, etwa „Heidel­beerglüh­wein“. „Glögg“ heißt die schwe­dische Version: Gewürzter und gesüßter Rotwein wird mit Mandel­stiften und Rosinen serviert, gern mit Schuss. Auch Feuerzangenbowle wird aus Rotwein gemacht. Um sie herzu­stellen, wird über dem mit Gewürzen aromatisierten Wein ein mit Rum getränkter Zuckerhut angezündet. Der Zucker karamellisiert und tropft in den Punsch.

Alle Jahre wieder kontrolliert

Die Lebens­mittel­über­wachung der Länder untersucht Glüh­wein alle Jahre wieder. Ende 2015 wiesen 11 von 58 Proben auf Märkten in Schleswig-Holstein, Mecklenburg-Vorpommern und Hamburg Mängel auf – meist handelte es sich um Kenn­zeichnungs­fehler. So wurden etwa Beeren- oder Frucht­glüh­weine fälsch­lich als Glüh­wein verkauft. Seltener stießen die Prüfer auf geschmack­liche Mängel oder einen zu geringen Alkohol­gehalt – beides kann durch eine unsachgemäße Erhitzung passieren. Auch die Untersuchungsämter Freiburg und Stuttgart kritisierten 2014 bei 119 Glüh­wein­proben meist eine falsche Kenn­zeichnung.

Zu Hause selber glühen

Ob Glüh­wein aus weißem oder rotem Wein gemacht und wie er gewürzt wird, ist Geschmacks­sache. Kardamom, Nelken, Zimt, auch unbe­handelte Schalen von Zitrusfrüchten, Vanille, Sternanis oder Ingwer würzen den Wein. Gewürze und Wein in einen Topf geben und erhitzen – aber nicht aufkochen. Danach den Sud mindestens eine halbe Stunde abge­deckt ziehen lassen, damit sich die Aromen entfalten können. Den Glüh­wein vor dem Servieren durch ein Sieb gießen.

Tipp: Zu viele Gewürze können die Weinaromen über­decken. Auch beim Süßen eher zurück­halten. Erwärmen Sie Wein und Gewürze nicht zu stark, sonst gehen Aromen verloren und das Getränk könnte bitter werden. Ab 78 Grad Celsius entweicht auch der Alkohol.

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entejens am 26.11.2016 um 15:05 Uhr
"Auch Feuerzangenbowle wird aus Rotwein gemacht."

Ich hätte eher geschrieben "Feuerzangenbowle wird oft aus Rotwein gemacht, es gibt aber auch die Variante mit Weißwein."
Außerdem suggeriert der Artikel, daß sie (wie Punsch) eine Variante des Glühweins ist, was jedoch nicht stimmt, was allein schon das Wort "Punsch" (hindisch "fünf" für die 5 Zutaten) verdeutlicht. Auch ist Punsch nicht in der erwähnten EU-Verordnung zu finden.
Die Vielfalt beim Glühwein ist sehr groß, und das ist zu begrüßen. Die Glühweine auf dem Weihnachtsmarkt schmecken häufig sehr ähnlich, sind halt industrielle Fertigung. Dafür hat man die spezielle Atmosphäre dazu. Selbst zubereiteter Glühwein schmeckt jedes Mal anders, was für die Geschmackswahrnehmung zu begrüßen ist.

FlorianGW am 23.11.2016 um 11:57 Uhr

Kommentar vom Autor gelöscht.

FlorianGW am 23.11.2016 um 11:56 Uhr

Kommentar vom Autor gelöscht.