Glücksspielsucht Meldung

Wenn die Verlockungen von Glücksspielen so stark sind, dass sie den Alltag beherrschen, besteht Suchtgefahr.

Testfragen

„An welchen Glücksspielen haben Sie innerhalb der letzten 30 Tage teilgenommen? Haben Sie beim Glücksspiel schon mehr Geld eingesetzt, als Sie es sich eigentlich leisten konnten?“ Wer wissen will, ob er an Glücksspielsucht leidet, kann im Internet einen Selbsttest machen – eines von mehreren Angeboten, mit denen die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) verstärkt über Risiken des Glücksspiels informiert.

Risiko Spielautomaten

Bei einer repräsentativen Befragung der BZgA unter 10 000 Bundesbürgern gab mehr als die Hälfte der 16- bis 65-Jährigen an, in den vergangenen zwölf Monaten mindestens einmal an einem Glücksspiel um Geld teilgenommen zu haben. Am weitesten verbreitet ist die Teilnahme an den Zahlenlotterien 6 aus 49, Super 6 und Spiel 77. Für einige Menschen sind die Verlockungen von Glücksspielen so groß, dass sie ihr Spielverhalten nicht mehr unter Kontrolle haben und eine Sucht nach Glücksspielen entwickeln. Eine solche psychische Abhängigkeit zeigten 0,2 Prozent der Befragten. Umgerechnet auf die Bevölkerung ist damit von etwa 100 000 Glücksspielsüchtigen auszugehen. Hier geht es meist um Glücksspielautomaten.

Pokern in Mode

Die BZgA warnt auch vor der Ausbreitung des Poker-Spielens und der Zunahme von Glücksspielen im Internet. Von diesen Angeboten würden auch viele Jugendliche angezogen, die sonst keinen Zugang zu Glücksspielen haben. Weitere 0,4 Prozent der untersuchten Gruppe zeigten ein „problematisches Spielverhalten“. Was zu Beginn Spaß macht, kann zur Sucht werden. Je höher die Einsätze, je häufiger gespielt wird, desto riskanter wird es: Viele Spieler sind verschuldet, verlieren sogar ihre Wohnung und ihren Arbeitsplatz.

Beratung

Neben Selbsttest und Broschüren bietet die BZgA gratis telefonische Beratung (0 800/1 37 27 00), Onlineberatung (professionell begleitetes vierwöchiges Ausstiegsprogramm), Adressen lokaler Beratungsstellen und Therapiemöglichkeiten: www.spielen-mit-verantwortung.de

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