Glücks­forschung Meldung

Gerade zur Weihnachts­zeit sehnen sich die Menschen nach Glück. Ein UN-Bericht verrät, wo und wie es zu finden ist. Die Spur führt nach Skandinavien...

Das Glück wohnt im Norden

Die glück­lichsten Leute leben in Dänemark, dicht gefolgt von Finn­land, Norwegen und Holland. Das zeigte dieses Jahr der erste „Welt­glücks­bericht“ der Vereinten Nationen. Dafür hatten Jeffrey Sachs und Kollegen von der New Yorker Columbia Universität Umfragen zum Thema ausgewertet: Menschen aus aller Welt schätzen ein, wie glück­lich sie sich fühlen. Daraus berechnen Forscher das Glücks­niveau der Länder – eine Zahl zwischen 0 und 10. Die Unglück­lichsten wohnen demnach südlich der Sahara: in Togo, Benin, Sierra Leone und der Zentral­afrikanischen Republik. Deutsch­land liegt auf Platz 30, noch im oberen Drittel der Liste.

Geld macht doch glück­lich

Grob zeigt der Bericht einen Zusammen­hang zwischen Glück und Geld. Die Autoren betonen allerdings, dass das 1974 von Richard Easterlin beschriebene „Easterlin-Paradox“ immer gilt: Sind die Grund­bedürf­nisse erst einmal gestillt, führt mehr Reichtum nicht auto­matisch zu mehr Glück.

Helfen macht glück­lich

Zudem gibt es laut Bericht weitere Faktoren, die neben Geld zum Glück beitragen: politische Freiheit, soziale Vernetzung, sichere Arbeit, stabile Part­nerschaften, körperliche und vor allem seelische Gesundheit. Religion spiele vor allem bei harten Lebens­bedingungen eine große Rolle – und spende dann tatsäch­lich oft Trost. Was Menschen welt­weit nach­weislich stets glück­lich mache: Anderen zu helfen.

Glück ist nicht gleich Glück

Diese Faktoren aus dem Bericht geben Hinweise, wie Gesell­schaften und einzelne Menschen ihr Glück mehren können. Sie sind aber kein Stan­dard­rezept für jeden. Psycho­logen warnen zudem davor, dem Glück zwanghaft nach­zujagen und Enttäuschungen zu riskieren. Ferner beleuchtet der UN-Bericht nur die lang­fristige, sanfte Form des Glücks, die Lebens­zufriedenheit. Es gibt eine zweite Form: ein Hoch­gefühl durch ein Boten­stoff­gewitter im Hirn, das alle kennen, lieben – aber nicht halten können. Freud nannte dieses Glück „eine Frage von Sekunden“.

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