Das Oberlandesgericht Hamm hat die Professional Market Brokerage Inc. in Chicago sowie deren deutschen Direktor Stefan Benger zu Schadensersatz in Höhe von 68.000 Mark verurteilt. Bei der Vermittlung von Termingeschäften haben sie gegen das Börsengesetz verstoßen (Az. 25 U 22/00, rechtskräftig).

Im vorliegenden Fall hatte der Broker PMB mit seiner in Essen ansässigen Vermittlerin, der Global Finanzservice AG, stillschweigend eine so genannte Kick-Back-Vereinbarung getroffen: Der Broker hatte dem Kunden überhöhte Gebühren für Termingeschäfte an der Chicagoer Börse berechnet und einen Teil der Gebühren an die Vermittlungsfirma gezahlt (Kick back), ohne den Anleger darüber aufzuklären. Damit verstießen beide Gesellschaften gegen das Börsengesetz, urteilte das Gericht.

Das Urteil des OLG Hamm ist nach Auskunft der Bremer Rechtsanwaltskanzlei Robert, Kempas und Segelken bedeutsam, da es gelungen sei, einen ausländischen Mittäter am Gerichtsstand des inländischen Täters in Anspruch zu nehmen. Die Kanzlei vertritt 20 von rund 4.500 geschädigten Anlegern der inzwischen insolventen Global Finanzservice AG.

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