Global American Group Holding

Die Global American Sports Systems GmbH in der Friedrichstraße in Berlin sucht über Zeitungsannoncen Arbeitnehmer. Doch diese sollen der Firma zunächst für den Aufbau eines internationalen Versandhandels für Sportbekleidung ein Darlehen zwischen 15.000 Mark und 100.000 Mark geben. Das ist ein riskantes Geschäft.

Ein künftiger Lagerarbeiter muss der Firma zum Beispiel ein Arbeitnehmerdarlehen von 15.000 Mark geben. Davon sollen 80 Prozent (12.000 Mark) zunächst für sechs Monate bei der Dresdner Bank hinterlegt werden und mit dem Doppelten der banküblichen Zinsen verzinst werden. 20 Prozent (3.000 Mark) des Geldes werden für Anfangskosten der Global American Sports Systems verwendet. Kommt die Gesamtfinanzierung nicht zustande, soll der Darlehensgeber 80 Prozent seines Geldes zurückbekommen. Für dieses Geld gebe es eine Bürgschaftserklärung des Landes Berlin. Der künftige Arbeitnehmer habe also lediglich ein Ausfallrisiko von 3.000 Mark für den Fall, dass das "wirtschaftlich beste Konzept" der Global American Holding scheitern sollte.

Doch die Bürgschaft hat einen großen Haken: Im Förderreferat der Senatsverwaltung für Wirtschaft und Technologie in Berlin kennt man weder den Namen der Firma noch den Namen des Berliner Geschäftsführers, Egon Oberdorf. Und laut Nachfrage bei der Berliner Adresse der Firma gibt man sich zugeknöpft. Die Bürgschaftserklärung des Landes Berlin erhalte man nur, wenn man an einem der "Meetings" der Firma teilnehme. Auf diesen Treffen wird Teilnehmern dann empfohlen, mit niemandem über den Inhalt des Meetings zu sprechen.

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