Kleine Glas- und Besteckkunde

Glas

Die wichtigsten Rohstoffe für die Glasherstellung sind Sand, Soda und Kalk. Durch Variation der Stoffe, unterschiedliche Mengenverhältnisse und durch diverse Zusätze entstehen unterschiedliche Glassorten mit speziellen Eigenschaften. Glas hat keinen klar definierten Schmelzpunkt. Etwa zwischen 850 und 1 600 Grad Celsius wird das Rohstoffgemenge erst weich, dann flüssig. Beim Abkühlen erstarrt die Schmelze, ohne Kristalle zu bilden. Das ist der so genannte Glaszustand.

Trinkglasproduktion. Basis für die Trinkglaspro­duk­­tion ist eine Schmelze aus Quarzsand und einem Ge­misch aus Metalloxiden (zum Beispiel Natrium-, Kalium-, Magnesium-, Kalzium-, Barium-, Blei- oder Zinkoxid). Hinzu kommen Zusätze wie Bortrioxid oder Alumi­niumoxid.

Kalknatronglas ist einfaches Gebrauchsglas, zum Beispiel für Fenster, Flaschen, Spiegel und natürlich für Trinkgläser. Es besteht im Wesentlichen aus rund 75 Prozent Sand (Siliziumkarbonat), 15 Prozent Kalk (Kalziumkarbonat) und Soda (Natriumkarbonat). Es ist gut lichtdurchlässig und hat eine glatte Oberfläche. Nachteil: Es reagiert empfindlich auf extreme Temperaturschwankungen.

Kristallglas enthält mehr Kalium in Form von Pottasche (Kaliumkarbonat). Es ist besonders hell, farblos, rein, meist frei von Blasen und Schlieren und kann gut geschliffen werden.

Bleikristallglas entsteht, wenn der Kalk im Kristallglas durch Bleioxid (chemisch PbO) ersetzt wird. Der Bleigehalt ist übrigens gesundheitlich unbedenklich. Bleikristall muss mindestens 24 Prozent enthalten, Hochbleikristall mindestens 30. Entsprechende Prozentangaben finden sich auf den Gläsern. Zusätzlich darf ein Etikett in Form eines goldenen Kreises darauf kleben. In Bleikristall kann sich das Licht sehr gut brechen, es funkelt und hat große Brillanz. Außerdem ist Bleikristall robust und lässt sich besonders fein schleifen.

Edelstahlbesteck

Feines, edles Tafelsilber ist teuer und pflegebedürftig. Für jeden Tag kommen meist Messer und Gabel aus Edelstahl auf den Tisch. Edelstahl heißen alle Stahllegierungen, die nicht rosten, weil sie Chrom und/oder Nickel enthalten.

Edelstahl 15/0, 17/0, 18/0 ist Chromstahl ohne Nickelanteil. Wird auch mit stainless, inox oder rostfrei bezeichnet. Trotzdem ist dieser Chromstahl häufig nicht spülmaschinenfest. Das gilt noch mehr für Billigbesteck aus niedrig legiertem Stahl (13/0).

Edelstahl 18/10 ist hochwertiger, robuster Chromnickelstahl mit 18 Prozent Chrom und 10 Prozent Nickel. Das Nickel macht den Stahl säurebeständig und spülmaschinengeeignet. Bezeichnungen: Edelstahl-rostfrei 18-10, kurz Edelstahl 18-10 oder nur 18-10.

Messerklingen sind immer aus härtbarem, einfachem Chromstahl (zum Beispiel 13/0 oder 17/0), damit sie ihre Schneidfähigkeit er­halten. Deswegen rosten ge­rade die Klingen schnell in der Spülmaschine.

Wer ein Monoblockmesser kauft, bekommt das Esswerkzeug komplett aus Klingenstahl: Griff (Heft genannt) und Klinge sind aus einem Stück.

Hohlheftmesser haben einen hohlen, leichten Griff aus Chromnickelstahl 18/10 und eine aufgesetzte Klinge aus Klingenstahl. Aus zwei Teilen bestehen auch Bestecke mit Kunststoffgriffen, wie wir sie im Test hatten.

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