Gläser und Besteck im Geschirrspüler Test

Zu einem gut gedeckten Tisch gehören blitzende Gläser und blankes Besteck. Leider ist die Pracht in der Spülmaschine schnell dahin. Nicht alles, was als spülmaschinenfest verkauft wird, ist tatsächlich für die Maschine geeignet. Vor allem Billigware sieht oft schon nach wenigen Spülgängen alt aus. Die Stiftung Warentest hat 40 Trinkgläser und neun Bestecksets geprüft. test.de zeigt die besten Gläser und Bestecke und gibt Tipps zum Spülen.

500 mal gespült

Spülmaschinenbesitzer kennen den Ärger: Die Maschine geht härter ran als der Abwasch von Hand. Gläser zerkratzen, werden blind oder milchig-trübe, Besteck läuft an, rostet oder die Kunststoffgriffe bleichen aus (siehe Foto). Das liegt nicht nur an der Maschine sondern auch am Geschirr. Um den harten Spülgang in der Maschine zu überstehen, braucht es hochwertiges Material. Die Stiftung Warentest hat die Probe aufs Exempel gemacht: 40 Trinkgläser und neun Bestecksets mussten jeweils 500 Spülgänge überstehen. In einer handelsüblichen Spülmaschine, mit Reiniger und Klarspüler im 65-Grad-Programm.

Weiches Wasser ist hart

Die Stiftung Warentest spülte weiches Wasser ein. Das ist hart fürs Material. Weiches Wasser geht aggressiver mit Gläsern und Bestecken um als hartes Leitungswasser. Das sollten die Stücke allerdings aushalten, wenn sie als „spülmaschinenfest“ deklariert sind. Für Edelstahlbesteck gibt es eine Bestimmung vom Deutschen Institut für Gütesicherung und Kennzeichnung (auch als RAL-Norm bekannt). Danach muss spülmaschinenfestes Besteck aus Edelstahl 1 000 Spülgänge unbeschadet überstehen. Für Gläser gibt es bisher nur einen Normenentwurf.

Nur ein Besteck ohne Schaden

Ob spülmaschinenfest, spülmaschinenbeständig oder spülmaschinengeeignet – auf diese Aussagen ist kein Verlass. Sieben der geprüften Edelstahlbestecke mit Kunststoffgriffen waren als spülmaschinenfest deklariert, aber nur eines kam nach dem Test unbeschadet aus der Maschine: Auerhahn Ebony. Der Testsieger ist allerdings teuer: 259 Euro für 24 Teile. Wer No-Name-Ware kauft, kann sein Besteck für diesen Preis gleich siebzehnmal wechseln. Die Stiftung Warentest zahlte in einem Möbelmarkt nur 15 Euro für ein 24-teiliges Besteckset mit schwarzen Kunststoffgriffen. Das No-Name-Besteck war nicht als spülmaschinenfest deklariert. Gut so, denn nach 500 Spülgängen kann von schwarzem Kunststoff keine Rede mehr sein. Die Griffe sind jetzt eher aschgrau mit weißen Flecken (siehe Foto).

Alternative Ikea

Ein Highlight ist das Ikea-Besteck Bubblor. Spülmaschinenfestigkeit: gut (nur leichte Korrosion an den Messerschneiden). Preis: nur 20 Euro für 24 Teile. Eine Alternative zum teuren Testsieger. Auch bei den Gläsern kann Ikea einmal punkten. Ausgerechnet das Billigglas Svepa (25 Cent pro Stück) übersteht die Spülmaschine ohne großen Schaden. Das teurere Becherglas Groggy kommt nur befriedigend heraus (leichte Linienkorrosion am Boden) und das Rotweinglas Optimal sollte gar nicht erst in die Spülmaschine kommen – obwohl Ikea das ausdrücklich zulässt. Nach 500 Spülgängen ist der Kelchansatz milchig-trübe und der Fuß von hässlichen Linien gezeichnet.

Kristall ist besser

Vor allem bei Gläsern gilt: Hochwertiges Material ist besser. Gläser aus Kristall oder Bleikristall überstehen die Torturen der Spülmaschine oft ohne Schaden. Glänzend: die Gläser von Nachtmann, Riedel, Rosenthal, Schott Zwiesel und WMF. Sogar die Bouquet Gläser von WMF kommen gut und sehr gut aus der Maschine, obwohl sie nicht für die Spülmaschine ausgelobt sind. Einfaches Glas aus Kalknatron sieht dagegen schnell alt aus. Die so genannte Linienkorrosion lässt sich nämlich nicht mehr entfernen. Da hilft nur eins: neu kaufen und alsdann von Hand spülen.

Chemie muss stimmen

Nicht immer ist das Geschirr Schuld, wenn es verhunzt aus der Maschine kommt. Schneeweiße Kalkbeläge, Wasserflecken, Kratzer oder Risse deuten eher auf Anwendungsfehler. Falscher Reiniger, zu wenig Klarspüler oder Enthärtungssalz vergessen: Prüfen Sie diese Faktoren, bevor Sie Ihr Geschirr verantwortlich machen. Wichtig: Gläser sollten sich in der Spülmaschine nicht berühren. Das Aneinanderreiben verursacht Kratzer und Risse.

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