Giro­konto-Vergleich

Giro­konto­preise: Schneller vergleichen

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Banken müssen anschaulich über Konto­preise informieren und den Kunden jähr­lich eine Kosten­aufstellung für ihr Konto zur Verfügung stellen.

Giro­konto-Vergleich Testergebnisse für 432 Giro­konten

Inhalt

Das bringt das neue Zahlungs­kontengesetz

Auf einen Blick die Gebühren für Konto­führung, Über­weisung, Last­schrift und Kreditkarte sehen, statt mühsam in alten Konto­auszügen zu suchen – das ermöglicht das Zahlungs­kontengesetz Bank­kunden mit Giro­konto seit 31. Oktober 2018. Das sind die vier Kern­punkte:

  • Banken und Sparkassen müssen ihre Kunden einmal im Jahr mit einer „Entgelt­aufstellung“ über die Gesamt­kosten informieren, die für ihr Giro­konto angefallen sind.
  • Kredit­institute sind verpflichtet, die Preise für alle ihre Giro­konto­modelle anschaulich zu veröffent­lichen. Fachleute sprechen von vorvertraglicher „Entgelt­information“.
  • Für alle Informationen sollen Kredit­institute einheitliche Begriffe verwenden. Der Gesetz­geber hat dazu eine Liste (Glossar) von 19 Begriffen erstellt.
  • Bank­kunden sollen auf einer zentralen, objektiven und kostenlosen Internetseite die Giro­konto­preise von Banken vergleichen können. Eine solche zertifizierte Seite gibt es derzeit nicht.

Antworten auf die wichtigsten Fragen zur Konto­information

Was steht in der Entgelt­aufstellung?

Giro­konto-Vergleich - Güns­tiges Giro­konto, sicheres Online­banking
Dieses Symbol müssen alle Banken auf dem Deck­blatt der Entgelt­aufstellung verwenden. Sie ist eine Über­sicht über alle Konto­entgelte. © EBA

Banken müssen ihren Kunden mindestens einmal im Jahr kostenlos eine Entgelt­aufstellung für ihr Konto zur Verfügung stellen. Sie ist auch fällig, wenn ein Konto aufgelöst wird oder der Kunde das Konto­modell wechselt. Die Aufstellung listet die Preise nach Zahlungs­diensten gruppiert, also etwa für Konto­führung, für Bank- und Kreditkarte, für deren Einsatz an Geld­automaten und Händ­lerkassen sowie Portokosten auf. Hier steht auch, wie viel Zinsen für die Konto­über­ziehung übers Jahr fällig wurden. Normaler­weise werden die Kosten für einen Zeitraum von zwölf Monaten angegeben, andernfalls bis zur Konto­auflösung. Seit 1. Januar 2020 umfassen die Entgelt­aufstel­lungen erst­mals die Kosten für das gesamte Jahr 2019.

Wie bekomme ich die Entgelt­aufstellung?

Aussehen und Form der Entgelt­aufstellung sind vorgeschrieben – aber nicht, wie die Kunden die Entgelt­aufstellung erhalten. Das es diese Über­sicht über­haupt gibt, steht im besten Fall auf der Internetseite der Bank oder auf dem Konto­auszug. Wir haben bei zehn Banken – 1822direkt, Berliner Volks­bank, Commerz­bank, Deutsche Bank, Hamburger Sparkasse, Hypo­ver­eins­bank, ING, Post­bank, PSD Nürn­berg und Sparda­-West – nachgefragt (Stand 1/2020). Nur ING und PSD Nürn­berg stellen die Kosten­über­sicht auto­matisch bereit. Bei den anderen Banken müssen Kunden sie telefo­nisch, per E-Mail oder im Online­banking ­anfordern. Bei der Post­bank forderte ein Finanztest-Leser sie formlos über das Kontaktformular an, weil selbst seine Suche nach „Entgelt­aufstellung“ auf der Internetseite der Post­bank kein Ergebnis brachte.

Wo finde ich die Entgelt­information für die Giro­konten?

Banken müssen Entgelt­informationen im Internet veröffent­lichen. Kunden finden sie über einen von drei Wegen:

  1. Sie können das Wort „Entgelt­information“ in die Such­funk­tion auf der Home­page der Bank eingeben.
  2. Sie können sich zuerst das Konto­modell aussuchen und ankli­cken und finden dort die dazu­gehörige Entgelt­information.
  3. In der Fußzeile der Bankenwebseite – in der auch das Impressum steht – finden sie entweder den Hinweis auf „Entgelt­information gemäß Zahlungs­kontengesetz (ZKG)“ oder sie klicken auf den Button, bei dem irgend­etwas mit „Preise“ steht.

Für welche Bank­konten trifft die neue EU-Regelung zu?

Die Regelung trifft auf alle Konto­modelle zu, die eine Bank oder Sparkasse anbietet. Das sind Giro­konten für Kinder, Schüler, Studenten und Auszubildende, für Gehalts- und Renten­empfänger, für Selbst­ständige sowie für Menschen, die kein Gehalt oder kein geregeltes Einkommen haben. Beispiel Berliner Sparkasse: Wenn Sie auf der Home­page der Sparkasse ganz nach unten scrollen, finden Sie in der roten Fußzeile den Button „Preise und Hinweise“. Dort stellt die Sparkasse Entgelt­informationen für ihre verschiedenen Konto­modelle bereit.

Es gibt bereits Preis­aushang und Preis­verzeichnis. Was ist das Besondere an der Entgelt­information?

Die Entgelt­information klärt in Tabellenform über die Gebühren für die wichtigsten, mit einem bestimmten Konto­modell verbundenen Dienste auf. Die anderen Informationen sind umfassender. Der Preis­aushang ist eine Über­sicht über die Preise für wesentliche Dienst­leistungen der Bank. Er muss in der Filiale aushängen oder mindestens auf Anforderung parat sein. Das Preis- und Leistungs­verzeichnis enthält alle Preise aller Leistungen eines Kredit­instituts. Dort steht also, wie teuer zum Beispiel Konto­führung, Wert­papier­geschäfte und Kredite sind. Dieses Verzeichnis ist meist sehr umfang­reich und wenig über­sicht­lich.

Welche Positionen muss eine Entgelt­information enthalten?

Die EU-Länder haben sich auf ein „Glossar“ geeinigt, dass 19 Begriffe für Bank­dienst­leistungen erläutert. Sie finden die Liste im Internet unter bafin.de, geben Sie das Such­wort Glossar ein. Banken sind an die aufgeführten Begriffe gebunden und müssen sie seit 31. Oktober 2018 in jeder Information an ihre Kunden nutzen. Die gängigsten Konto­dienste sind Konto­führung, Über­weisung, Gutschriften, Dauer­auftrag, Last­schrift, Ausgabe von Karten zum Konto, Bargeldein- und -auszahlungen sowie Konto­über­ziehung. Das Glossar erläutert diese Dienste, die Entgelt­information nennt den jeweiligen Preis dafür. Alle Dienste, für die die Bank ein Entgelt verlangt, müssen in dieser Information zu dem bestimmten Konto­modell genannt werden.

Auf der Entgelt­information taucht der Begriff Debitkarte auf. Was ist das für eine Karte?

Das ist die Karte zum Giro­konto, mit der Sie im Geschäft bezahlen und am Auto­maten Geld abheben können. Bis 2001 hieß sie Electronic-cash-Karte – kurz ec-Karte. Die auslaufenden Rechte am blau-roten ec-Logo führten Anfang 2008 zum neuen Girocard-Logo auf allen deutschen Konto­karten. Seitdem heißt die Bank­karte Girocard. Zahlungen mit der Girocard werden immer sofort in voller Höhe vom Konto abge­bucht. Der Fach­begriff dafür lautet „Debitkarte“. Diesen Begriff für die Zahlungs­karte zum Konto haben nun auch die EU-Länder fest­gelegt. Er muss jetzt in der Entgelt­information und allen anderen Mitteilungen der Bank verwendet werden. So muss etwa eine Volks­bank, die für ihre „VR-Bank­card“ wirbt, auch den Begriff Debitkarte verwenden. Wir benutzen in unseren Artikeln die Bezeichnung Girocard (Debitkarte).

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Intimmidator am 20.09.2022 um 12:08 Uhr
Wenig hilfreiche Kommentare

Wer nicht jedes mal, wenn eine Kartentransaktion nicht nachvollziehbar abgelehnt wird, bei seiner Bank anruft und das klärt, dem ist nicht zu helfen. Sonst weiss man nicht mal, ob es am Händler oder an der Bank liegt. In letzter Zeit gab es massive Probleme mit Terminals beim Händler, da kann die kartenausgebende Bank wohl nichts dafür.
Bezüglich Visa Debit vs. Girocard: Die Gebühren unterscheiden sich für die Händler kaum. Wenn Aldi und Lidl mit ihren geringen Margen sogar American Express mit den hohen Gebühren akzeptieren, gibt es keine Entschuldigung mehr für den Handel. Ich mache meinem Unmut bei Händlern, die nur die Girocard akzeptieren, inzwischen laut Luft und drohe ihnen den wirtschaftlichen Untergang an. Und Bargeld ist tot.

knackfloh1 am 13.09.2022 um 19:05 Uhr
Warnung vor neuer comdirect Girocard

Ich möchte sie auf folgendes aufmerksam machen:
wir haben bei comdirect ein Gemeinschafts-Girokonto.
Meine Frau hat eine Girocard seit 2019.
Meine Girocard wurde 1/2022 neu ausgestellt.
Wir waren in Boizenburg (Schleswig-Holstein) und in Neustadt an der Weinstraße dieses Jahr im Urlaub.
In den von uns besuchten Restaurants konnte ich mit meiner NEUEN Girocard meistens NICHT bezahlen.Sie wurde abgelehnt. Mit der Karte meiner Frau konnten wir jedoch problemlos bezahlen!! Nur ein paar Restaurants haben die NEUE Girocard von mir akzeptiert.
Damit ist die neue Girocard von comdirect für mich nicht mehr einsetzbar.
Entweder muss ich nun entsprechend viel Bargeld bei mir dabei haben oder
ich kann nur einkaufen und essen gehen, wenn meine Frau dabei ist.
Meine Frau freut es.

halsbandschnaepper am 27.08.2022 um 10:18 Uhr
Chip-Tan und EC-Karte, bei DKB und anderswo

Chip-Tan geht nunmal technisch nur mit der EC-Karte. Das gilt auch für jede andere Bank. Wenn man also freiwillig auf seine EC-Karte verzichtet dann ist es logisch das CHIP-TAN nicht mehr funktioniert. Ich würde niemanden raten auf die EC-Karte zu verzichten, das hat nur Nachteile. Wenn man sie nicht nutzen möchte, lässt man sie halt in der Schublade...

halsbandschnaepper am 27.08.2022 um 10:14 Uhr
DKB und EC - Visa Kredit und Debitkarte

Also niemand zwingt einem bei der DKB die EC-Karte aufzugeben. Man kann sie kostenlos behalten. Und auch die Kreditkarte kann behalten. Das kostet dann halt 2,50 Euro im Monat. Ist dann für das Gesamtpaket auch nicht wirklich teuer.

gemestu am 18.08.2022 um 09:42 Uhr
DKB Debitkarte zur bargeldlosen Zahlung nicht akze

Mehrfach muß ich feststellen, daß in Geschäften, bei denen ich früher mit der DKB-EC-Karte bargeldlos bezahlt habe, nun dies nicht mehr möglich ist.
Grund ist die (VISA)-Debitkarte.
Die Geschäfte wollen und können die VISA-Gebühren nicht übernehmen.
Eigentlich hatte ich mich gefreut, nur noch eine Karte gegenüber zwei Karten bisher mit mir zu führen, als die Debitkarte eingeführt wurde.
Nun bin ich aber gezwungen, dieses alte Verfahren wiederherzustellen, um die Akzeptanz beim Bezahlen wie gehabt zu haben.
Ein Nebeneffekt war auch die Umstellung des TAN-Verfahrens. Was bisher als Chip-TAN mit der EC-Karte funktionierte geht mit der Debit-Karte nicht mehr. Die Folge war, daß ich auf Push-TAN umstellen mußte. Das war dann auch im Finanzprogramm notwendig. Ich finde, daß hier einiges mit heißer Nadel gestrickt worden ist ohne alle Konsequenzen zu bedenken. Schade eigentlich, denn ich war bisher mit der DKB sehr zufrieden.