Giro­konto­preise: Schneller vergleichen

Banken müssen jetzt anschaulich über Konto­preise informieren und Kunden erhalten jähr­lich eine Kosten­aufstellung für ihr Konto.

Das soll das neue Zahlungs­kontengesetz bringen

Auf einen Blick die Gebühren für Konto­führung, Über­weisung, Last­schrift und Kreditkarte sehen, statt mühsam in alten Konto­auszügen zu suchen – das soll das neue Zahlungs­kontengesetz Bank­kunden mit Giro­konto seit 31. Oktober 2018 bringen. Im Kern ergeben sich vier Neuerungen:

  • Banken und Sparkassen müssen ihre Kunden jetzt einmal im Jahr mit einer „Entgelt­aufstellung“ über die Gesamt­kosten informieren, die für ihr Giro­konto angefallen sind.
  • Kredit­institute sind verpflichtet, die Preise für alle ihre Giro­konto­modelle anschaulich zu veröffent­lichen. Fachleute sprechen von vorvertraglicher „Entgelt­information“.
  • Für alle Informationen sollen Kredit­institute einheitliche Begriffe verwenden. Der Gesetz­geber hat dazu eine Liste (Glossar) von 19 Begriffen erstellt.
  • Bank­kunden sollen auf einer zentralen, objektiven und kostenlosen Internetseite die Giro­konto­preise von Banken vergleichen können. Umge­setzt ist diese Seite jedoch noch nicht. Dorothea Mohn, Leiterin Team Finanzmarkt des Verbraucherzentrale Bundes­verbands, sagt: „Woran das bislang gescheitert ist und ob sie bald kommt, ist unklar.“ Mohn fordert: „Die Bundes­regierung darf die Vergleichs­website aber nicht schuldig bleiben.“ Zwar konnten Bank­kunden auch schon bisher die Preise für Giro­konten über verschiedene Vergleichs­portale im Internet ermitteln. „Die spiegeln dem Verbraucher nicht die Realität und ihre Vielfalt und Breite wider,“ sagte der Chef des Verbraucherzentrale Bundes­verbands, Klaus Müller, dem Handels­blatt.

Antworten auf die wichtigsten Fragen zum neuen Gesetz

Was steht in der Entgelt­aufstellung und wann bekomme ich sie?

Banken müssen ihren Kunden mindestens einmal im Jahr kostenlos eine Entgelt­aufstellung für ihr Konto schi­cken, je nach Konto online oder per Post. Sie ist auch fällig, wenn ein Konto aufgelöst wird oder der Kunde das Konto­modell wechselt. In der Aufstellung sind die Preise nach Zahlungs­diensten gruppiert, also etwa Über­weisungen oder Last­schriften. Normaler­weise werden die Kosten für einen Zeitraum von zwölf Monaten angegeben, andernfalls bis zur Konto­auflösung. Erste Banken verschi­cken bereits solche Abrechnungen, aber nicht immer für volle zwölf Monate. Bei der DKB zum Beispiel geht es um den Zeitraum vom 1. Oktober 2018 bis zum 31. Dezember 2018, bei der ING um den Dezember 2018. Die Aufstellung der Post­bank bezieht sich auf das gesamte Jahr 2018. Ab 2020 zeigen die Entgelt­aufstel­lungen die Kosten für das gesamte Jahr 2019.

Wo finde ich die Entgelt­information für die Giro­konten?

Banken müssen Entgelt­informationen im Internet veröffent­lichen. Kunden finden sie über einen von drei Wegen:

1. Sie können das Wort „Entgelt­information“ in die Such­funk­tion auf der Home­page der Bank eingeben.

2. Sie können sich zuerst das Konto­modell aussuchen und ankli­cken und finden dort die dazu­gehörige Entgelt­information.

3. In der Fußzeile der Bankenwebseite – wo auch das Impressum steht – finden sie entweder den Hinweis auf „Entgelt­information gemäß Zahlungs­kontengesetz (ZKG)“ oder sie klicken auf den Button, bei dem irgend­etwas mit „Preise“ steht.

Für welche Bank­konten trifft die neue EU-Regelung zu?

Die Regelung trifft auf alle Konto­modelle zu, die eine Bank oder Sparkasse anbietet. Das sind Giro­konten für Kinder, Schüler, Studenten und Auszubildende, für Gehalts- und Renten­empfänger, für Selbst­ständige sowie für für Menschen, die kein Gehalt oder kein geregeltes Einkommen haben.

Beispiel Berliner Sparkasse: Wenn Sie auf der Home­page der Sparkasse ganz nach unten scrollen, finden Sie in der roten Fußzeile den Button „Preise und Hinweise“. Dort stellt die Sparkasse Entgelt­informationen für ihre acht verschiedenen Konto­modelle bereit.

Es gibt bereits Preis­aushang und Preis­verzeichnis. Was ist das Besondere an der Entgelt­information?

Die Entgelt­information klärt in Tabellenform über die Gebühren für die wichtigsten, mit einem bestimmten Konto­modell verbundenen Dienste auf. Die anderen Informationen sind umfassender. Der Preis­aushang ist eine Über­sicht über die Preise für wesentliche Dienst­leistungen der Bank. Er muss in der Filiale aushängen oder mindestens auf Anforderung parat sein. Das Preis- und Leistungs­verzeichnis enthält alle Preise aller Leistungen eines Kredit­instituts. Dort steht also, wie teuer zum Beispiel Konto­führung, Wert­papier­geschäfte und Kredite sind. Dieses Verzeichnis ist meist sehr umfang­reich und wenig über­sicht­lich.

Welche Positionen muss eine Entgelt­information enthalten?

Die EU-Länder haben sich auf ein „Glossar“ geeinigt, dass 19 Begriffe für Bank­dienst­leistungen erläutert. Sie finden die Liste im Internet unter bafin.de, geben Sie das Such­wort Glossar ein. Banken sind an die aufgeführten Begriffe gebunden und müssen sie seit 31. Oktober 2018 in jeder Information an ihre Kunden nutzen. Die gängigsten Konto­dienste sind Konto­führung, Über­weisung, Gutschriften, Dauer­auftrag, Last­schrift, Ausgabe von Karten zum Konto, Bargeldein- und -auszahlungen sowie Konto­über­ziehung. Das Glossar erläutert diese Dienste, die Entgelt­information nennt den jeweiligen Preis dafür. Alle Dienste, für die die Bank ein Entgelt verlangt, müssen in dieser Information zu dem bestimmten Konto­modell genannt werden.

Auf der Entgelt­information taucht der Begriff Debitkarte auf. Was ist das für eine Karte?

Das ist die Karte zum Giro­konto, mit der Sie im Geschäft bezahlen und am Auto­maten Geld abheben können. Bis 2001 hieß sie Electronic-cash-Karte – kurz ec-Karte. Die auslaufenden Rechte am blau-roten ec-Logo führten Anfang 2008 zum neuen Girocard-Logo auf allen deutschen Konto­karten. Seitdem heißt die Bank­karte Girocard. Zahlungen mit der Girocard werden immer sofort in voller Höhe vom Konto abge­bucht. Der Fach­begriff dafür lautet „Debitkarte“. Diesen Begriff für die Zahlungs­karte zum Konto haben nun auch die EU-Länder fest­gelegt. Er muss jetzt in der Entgelt­information und allen anderen Mitteilungen der Bank verwendet werden. So muss etwa eine Volks­bank, die für ihre „VR-Bank­card“ wirbt, auch den Begriff Debitkarte verwenden. Wir benutzen künftig in unseren Artikel die Bezeichnung Girocard (Debitkarte).

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TestGiro­konten und Online­bankingStand der Daten: 01.07.2019
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