Giro­konto-Vergleich

Giro­konto­preise: Schneller vergleichen

500

Banken müssen anschaulich über Konto­preise informieren und den Kunden jähr­lich eine Kosten­aufstellung für ihr Konto zur Verfügung stellen.

Giro­konto-Vergleich Testergebnisse für 451 Giro­konten

Das bringt das neue Zahlungs­kontengesetz

Auf einen Blick die Gebühren für Konto­führung, Über­weisung, Last­schrift und Kreditkarte sehen, statt mühsam in alten Konto­auszügen zu suchen – das ermöglicht das Zahlungs­kontengesetz Bank­kunden mit Giro­konto seit 31. Oktober 2018. Das sind die vier Kern­punkte:

  • Banken und Sparkassen müssen ihre Kunden einmal im Jahr mit einer „Entgelt­aufstellung“ über die Gesamt­kosten informieren, die für ihr Giro­konto angefallen sind.
  • Kredit­institute sind verpflichtet, die Preise für alle ihre Giro­konto­modelle anschaulich zu veröffent­lichen. Fachleute sprechen von vorvertraglicher „Entgelt­information“.
  • Für alle Informationen sollen Kredit­institute einheitliche Begriffe verwenden. Der Gesetz­geber hat dazu eine Liste (Glossar) von 19 Begriffen erstellt.
  • Bank­kunden sollen auf einer zentralen, objektiven und kostenlosen Internetseite die Giro­konto­preise von Banken vergleichen können. Eine solche zertifizierte Seite gibt es derzeit nicht.

Antworten auf die wichtigsten Fragen zur Konto­information

Was steht in der Entgelt­aufstellung?

Giro­konto-Vergleich - Güns­tiges Giro­konto, sicheres Online­banking
Dieses Symbol müssen alle Banken auf dem Deck­blatt der Entgelt­aufstellung verwenden. Sie ist eine Über­sicht über alle Konto­entgelte. © EBA

Banken müssen ihren Kunden mindestens einmal im Jahr kostenlos eine Entgelt­aufstellung für ihr Konto zur Verfügung stellen. Sie ist auch fällig, wenn ein Konto aufgelöst wird oder der Kunde das Konto­modell wechselt. Die Aufstellung listet die Preise nach Zahlungs­diensten gruppiert, also etwa für Konto­führung, für Bank- und Kreditkarte, für deren Einsatz an Geld­automaten und Händ­lerkassen sowie Portokosten auf. Hier steht auch, wie viel Zinsen für die Konto­über­ziehung übers Jahr fällig wurden. Normaler­weise werden die Kosten für einen Zeitraum von zwölf Monaten angegeben, andernfalls bis zur Konto­auflösung. Seit 1. Januar 2020 umfassen die Entgelt­aufstel­lungen erst­mals die Kosten für das gesamte Jahr 2019.

Wie bekomme ich die Entgelt­aufstellung?

Aussehen und Form der Entgelt­aufstellung sind vorgeschrieben – aber nicht, wie die Kunden die Entgelt­aufstellung erhalten. Das es diese Über­sicht über­haupt gibt, steht im besten Fall auf der Internetseite der Bank oder auf dem Konto­auszug. Wir haben bei zehn Banken – 1822direkt, Berliner Volks­bank, Commerz­bank, Deutsche Bank, Hamburger Sparkasse, Hypo­ver­eins­bank, ING, Post­bank, PSD Nürn­berg und Sparda­-West – nachgefragt (Stand 1/2020). Nur ING und PSD Nürn­berg stellen die Kosten­über­sicht auto­matisch bereit. Bei den anderen Banken müssen Kunden sie telefo­nisch, per E-Mail oder im Online­banking ­anfordern. Bei der Post­bank forderte ein Finanztest-Leser sie formlos über das Kontaktformular an, weil selbst seine Suche nach „Entgelt­aufstellung“ auf der Internetseite der Post­bank kein Ergebnis brachte.

Wo finde ich die Entgelt­information für die Giro­konten?

Banken müssen Entgelt­informationen im Internet veröffent­lichen. Kunden finden sie über einen von drei Wegen:

  1. Sie können das Wort „Entgelt­information“ in die Such­funk­tion auf der Home­page der Bank eingeben.
  2. Sie können sich zuerst das Konto­modell aussuchen und ankli­cken und finden dort die dazu­gehörige Entgelt­information.
  3. In der Fußzeile der Bankenwebseite – in der auch das Impressum steht – finden sie entweder den Hinweis auf „Entgelt­information gemäß Zahlungs­kontengesetz (ZKG)“ oder sie klicken auf den Button, bei dem irgend­etwas mit „Preise“ steht.

Für welche Bank­konten trifft die neue EU-Regelung zu?

Die Regelung trifft auf alle Konto­modelle zu, die eine Bank oder Sparkasse anbietet. Das sind Giro­konten für Kinder, Schüler, Studenten und Auszubildende, für Gehalts- und Renten­empfänger, für Selbst­ständige sowie für Menschen, die kein Gehalt oder kein geregeltes Einkommen haben. Beispiel Berliner Sparkasse: Wenn Sie auf der Home­page der Sparkasse ganz nach unten scrollen, finden Sie in der roten Fußzeile den Button „Preise und Hinweise“. Dort stellt die Sparkasse Entgelt­informationen für ihre verschiedenen Konto­modelle bereit.

Es gibt bereits Preis­aushang und Preis­verzeichnis. Was ist das Besondere an der Entgelt­information?

Die Entgelt­information klärt in Tabellenform über die Gebühren für die wichtigsten, mit einem bestimmten Konto­modell verbundenen Dienste auf. Die anderen Informationen sind umfassender. Der Preis­aushang ist eine Über­sicht über die Preise für wesentliche Dienst­leistungen der Bank. Er muss in der Filiale aushängen oder mindestens auf Anforderung parat sein. Das Preis- und Leistungs­verzeichnis enthält alle Preise aller Leistungen eines Kredit­instituts. Dort steht also, wie teuer zum Beispiel Konto­führung, Wert­papier­geschäfte und Kredite sind. Dieses Verzeichnis ist meist sehr umfang­reich und wenig über­sicht­lich.

Welche Positionen muss eine Entgelt­information enthalten?

Die EU-Länder haben sich auf ein „Glossar“ geeinigt, dass 19 Begriffe für Bank­dienst­leistungen erläutert. Sie finden die Liste im Internet unter bafin.de, geben Sie das Such­wort Glossar ein. Banken sind an die aufgeführten Begriffe gebunden und müssen sie seit 31. Oktober 2018 in jeder Information an ihre Kunden nutzen. Die gängigsten Konto­dienste sind Konto­führung, Über­weisung, Gutschriften, Dauer­auftrag, Last­schrift, Ausgabe von Karten zum Konto, Bargeldein- und -auszahlungen sowie Konto­über­ziehung. Das Glossar erläutert diese Dienste, die Entgelt­information nennt den jeweiligen Preis dafür. Alle Dienste, für die die Bank ein Entgelt verlangt, müssen in dieser Information zu dem bestimmten Konto­modell genannt werden.

Auf der Entgelt­information taucht der Begriff Debitkarte auf. Was ist das für eine Karte?

Das ist die Karte zum Giro­konto, mit der Sie im Geschäft bezahlen und am Auto­maten Geld abheben können. Bis 2001 hieß sie Electronic-cash-Karte – kurz ec-Karte. Die auslaufenden Rechte am blau-roten ec-Logo führten Anfang 2008 zum neuen Girocard-Logo auf allen deutschen Konto­karten. Seitdem heißt die Bank­karte Girocard. Zahlungen mit der Girocard werden immer sofort in voller Höhe vom Konto abge­bucht. Der Fach­begriff dafür lautet „Debitkarte“. Diesen Begriff für die Zahlungs­karte zum Konto haben nun auch die EU-Länder fest­gelegt. Er muss jetzt in der Entgelt­information und allen anderen Mitteilungen der Bank verwendet werden. So muss etwa eine Volks­bank, die für ihre „VR-Bank­card“ wirbt, auch den Begriff Debitkarte verwenden. Wir benutzen in unseren Artikeln die Bezeichnung Girocard (Debitkarte).

500

Mehr zum Thema

500 Kommentare Diskutieren Sie mit

Nur registrierte Nutzer können Kommentare verfassen. Bitte melden Sie sich an. Individuelle Fragen richten Sie bitte an den Leserservice.

Nutzer­kommentare können sich auf einen früheren Stand oder einen älteren Test beziehen.

GuessWhat am 27.01.2023 um 11:03 Uhr
Preis ist nicht alleine ausschlaggebend

Wie schon andere Kommentatoren es anmerkten, sollte man bei der Wahl seiner Bank meiner Meinung nach nicht nur auf den Preis achten. Kundenservice und auch die Geschäftspolitik sollten bei der eigenen Wahl ebenfalls berücksichtigt werden. So habe ich persönlich zum Beispiel nach zwei Jahrzehnten die DKB verlassen. Ein sich stetig verschlechternder bis hin zu katastrophalen Kundenservice und das starke Engagement dieser Bank für ESG waren bei mir ausschlaggebend. Die relativ günstigen Kosten bei der DKB konnten das nicht ausgleichen. Ich persönlich bin zu einer regionalen Genossenschaftsbank gewechselt. Aber jeder hat andere Ansprüche. Wichtig ist meines Erachtens nur, dass der Preis für Bankdienstleistungen nur eines von mehreren Kriterien ist, die man bei der Auswahl seiner persönlichen Bank berücksichtigen sollte. Denn der beste Preis nutzt nichts, wenn man keinen Ansprechpartner hat.

Profilbild Stiftung_Warentest am 26.01.2023 um 13:16 Uhr
Auswahl der Institute

@virtualgeorgi: Inzwischen haben wir die Konditionen von Gehalts- und Rentenkonten von 171 Instituten. Dabei sind alle bundesweiten Institute sowie viele Direkt- und Kirchenbanken, alle Sparda- und PSD-Banken und von den Sparkassen und Volks- und Raiffeisenbanken auf jeden Fall die größten Institute pro Bundesland. Derzeit haben wir 70 Sparkassen in unserer Stichprobe, wobei die Top 50 abgebildet werden. Bei den Volks- und Raiffeisenbanken haben wir 75 Institute und bilden die Top 40 komplett ab.
Wir nehmen gerne auch neue Banken nach eingehender Prüfung auf, diese sollten aber eine Marktrelevanz haben und sich schon eine gewisse Zeit stabil am Markt befinden.

virtualgeorgi am 24.01.2023 um 17:43 Uhr
Kriterien für Auwahl?

Hallo zusammen, mich würde interessieren,
wie Ihre Liste zustande gekommen ist. Ein Bespiel: Die Santander-Gruppe hat z.B. auch die Openbank im Programm. Das Konto ist samt Debitkarte komplett kostenlos. Auch vermisse ich die Revolut Bank, die faktisch ist das Vorbild der N26 ist. Und dann wäre ja z.B. Klarna, die ebenfalls ein komplett kostenloses Konto hat. Dagegen wirft das Geschäftsmodell der C24-Bank ja viele Fragen auf, weil es darauf beruht die Umsätze von Kunden auszuwerten (Verbraucherschutzorganisationen sind darüber gar nicht glücklich).
Auch fehlen mir große Sparkassen. Wollten diese nicht teilnehmen?
VG
Georgi

Judas am 23.01.2023 um 19:54 Uhr
Postbank mit immer schlechterem Service

Nach der IT-Umstellung zum Jahreswechsel 2022/23 habe ich die gewohnte Bereitstellung der Kontumsätze als csv-Dateien vermisst. Diese benötige zur Fortführung meiner Auswertungen. Die Postbank teilt mir auf Anfrage mit: „Sie vermissen eine Funktion im Online-Banking, die Sie bisher immer genutzt haben. Es tut mir leid, diesen Service bieten wir im neuen Online-Banking nicht mehr an.“ Das war alles! Offenkundig nutzt Herr Sewing die Umstellung nicht nur zur geplanten Einsparung von 300 Mio.€ IT-Kosten, sondern ganz nebenbei auch zur Marginalisierung des bisherigen Service. Außer einer Betrachtung der Kontoumsätze ist nur noch der Download als PDF-Datei möglich. Das ist ein Service-Stand wie vor 15 Jahren! Der telefonische Service ist auch aktuell weiterhin katastrophal. Bei der ersten Kontaktaufnahme wurde ich nach 40 Minuten Wartezeit einfach aus der Warteschlange herausgeworfen. Beim 2. Versuch dauerte es knapp eine Stunde, bis ich eine Ansprechpartnerin erreicht hatte. Postbank ade!

Biologe am 04.01.2023 um 09:44 Uhr
Kundendienst auch berücksichtigen

Was sich bei solchen Tests schwer prüfen läßt ist der Kundenservice; der bewährt sich in der Praxis - oder auch nicht.
Das Online System der Postbank funktioniert oft nicht, z.B. sind gerade keine Überweisungen vom Anlagenkonto zum Girokonto möglich. Dann ist es nahezu unmöglich, den Kundenservice zu erreichen. Gestern habe ich das von 18 bis 22 Uhr versucht und stand in der Warteschleife ("bitte haben Sie noch ein wenig Geduld", dazu ein nervenzehrendes Gedudel). Als ich endlich einmal zu einem Kundenberater durchgekommen war, wollte der mich gleich weiterverbinden - dann war die Verbindung weg. Alles von vorne. Kein Einzelfall, seit Jahren ist das bei der Postbank so.
Man stelle sich vor, man müßte einmal sein Konto sperren lassen, z.B. weil man auf ein Phishing hereingefallen ist – dann dürfte das Konto längst geplündert sein, bevor die reagieren. Ein Unternehmen mit einer solchen „Kundenorientierung“ wird auf Dauer nicht bestehen können, also besser Hände weg.