Bank­wechsel leicht gemacht

Einen Konto­wechsel sollten Sie über­legen, wenn Ihr aktuelles Konto bisher mehr als 60 Euro im Jahr kostet. Der Wechsel zu einer anderen Bank sollte nicht spontan, sondern mit Über­legung in Angriff genommen werden. Mit der Check­liste der Stiftung Warentest gehen Sie sicher, dass Sie nichts vergessen. Sie hilft bei Auswahl des neuen Kontos und der Konto­eröff­nung und gibt wert­volle Hinweise, was Konto­besitzer nach dem Wechsel unbe­dingt erledigen sollten. Apro­pos: Seit dem 18. September 2016 müssen Banken Verbraucher beim Wechsel ihres Kontos unterstützen. Wie, erklären wir am Ende dieses Artikels.

Schritt 1 – aktuellen Preis ermitteln

Ermitteln Sie, was Sie für Ihr Giro­konto derzeit tatsäch­lich bezahlen. Die Höhe der monatlichen Konto­führungs­gebühren steht auf dem Konto­auszug bei der vierteljähr­lichen Abrechnung. Ein Konto­wechsel ist ratsam, wenn Sie für Ihr Konto mehr als 60 Euro im Jahr (bzw. 15 Euro im Viertel­jahr) ausgeben.

Schritt 2 – andere Modelle ergründen

Fragen Sie zuerst bei Ihrer Bank nach, ob es ein Konto­modell gibt, das güns­tiger ist. Die Nutzung von Konto­auszugs­druckern, Geld­automaten und Selbst­bedienungs­terminals kann ebenfalls zur Ersparnis beitragen. Wechseln Sie die Bank nicht nur wegen einer Prämie oder eines kurz­fristigen Vorteils, aber immer dann, wenn Sie mit der Bank dauer­haft unzufrieden sind.

Schritt 3 – den eigenen Bedarf erkennen

Werden Sie sich klar darüber, was Sie von der neuen Bank erwarten. Persönliche Beratung bekommen Sie in der Regel bei einer Filial­bank, Erreich­barkeit rund um die Uhr bieten meist die Direkt­banken. Achten Sie darauf, dass Sie jeder­zeit einfach und vor allem kostenlos an Bargeld kommen. Wenn Sie einen Dispokredit benötigen, erkundigen Sie sich vorher nach der Zins­höhe. Wirt­schaftlicher als der Dispo ist ein klassisches Darlehen. Die besten Angebote von Raten­krediten finden Sie im ständig aktualisierten Produktfinder Ratenkredite.

Schritt 4 – die Bedingungen checken

Wenn Sie sich für eine Bank entschieden haben, prüfen Sie vor dem Ausfüllen des Konto­eröff­nungs­antrags, ob das Giro­konto an Bedingungen geknüpft ist, wie eine Höhe des Geld­eingangs, Online-Konto­führung, Kauf eines Genossen­schafts­anteils oder Geld­anlage bei derselben Bank. Können Sie diese problemlos erfüllen? Wenn Sie sofort einen Dispokredit benötigen, fragen Sie bei der neuen Bank nach, wie schnell Sie diesen bekommen können. Halten Sie dafür Ihre letzten drei Gehalts­bescheinigungen bereit.

Schritt 5 – die Welt über Wechsel informieren

Ermitteln Sie, welche Zahlungs­empfänger Sie vom Konto­wechsel informieren müssen. Das geht am besten, wenn Sie Konto­auszüge von mindestens drei Monaten durch­sehen. Am besten vom Anfang eines Jahres, da in diesem Zeitraum auch jähr­liche Zahlungen abgehen, zum Beispiel Versicherungs­beiträge. Am wichtigsten ist, den Konto­wechsel dem Arbeit­geber, Vermieter, Strom­versorger und dem Tele­kommunikations­anbieter mitzuteilen.

Schritt 6 – Geld aufs neue Konto schi­cken

Über­weisen Sie auf das neue Konto zur Sicherheit einen Geld­betrag. Sie vermeiden Ärger, falls noch kein Gehalt auf dem neuen Konto ist, aber schon Abbuchungen eingehen. Lassen Sie altes und neues Giro­konto eine Zeit lang – etwa drei Monate – parallel laufen. Damit vermeiden Sie Fehl­buchungen.

Schritt 7 – das alte Konto kündigen

Kündigen Sie Ihr altes Giro­konto mit einem formlosen Brief. Das Löschen eines Giro­kontos ist kostenlos und es gibt keine Kündigungs­frist. Die alte Bank über­weist Rest­guthaben auf das neue Konto, sofern Sie ihr die neue Konto­verbindung mitteilen.

Jetzt wird der Wechsel noch einfacher

Das neue Zahlungs­kontengesetz verpflichtet die Banken seit dem 18. September 2016 dazu, Verbrauchern beim Wechsel ihres Kontos zu unterstützen. Kunden können ihre neue Bank künftig ermächtigen, bei der alten Bank alle Daten zu erfragen, die für die Umstellung aufs neue Konto und die Benach­richtigung der Zahlungs­partner notwendig sind. Bestenfalls erledigt die neue Bank fast den ganzen Schrift­verkehr. Gedacht ist der Ablauf so: Nach Erhalt des Auftrages muss das neue Kredit­institut inner­halb von zwei Geschäfts­tagen das alte Institut auffordern, die notwendigen Daten bereit­zustellen. Darauf­hin hat das alte Kredit­institut fünf Geschäfts­tage, Listen und Informationen über einge­gangene Über­weisungen und Last­schriften in den letzten 13 Monaten an das neue Institut und den Konto­inhaber zu senden. Diese Informationen nutzt das neue Institut, um die Zahlungs­partner des Neukunden über die neue Bank­verbindung zu informieren. Durch die neue Regelung sollten Sie vor allem bei Schritt 5 und 7 Unterstüt­zung von der Bank bekommen – und der Konto­wechsel noch einfacher und schneller gehen.

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