FAQ Giro­konto: Antworten auf Ihre Fragen

In Deutsch­land werden bei Banken und Sparkassen rund 105 Millionen Giro­konten geführt. Statistisch gesehen kommen also auf jeden Bundes­bürger 1,2 Giro­konten. Etwa 70 Prozent davon werden inzwischen online geführt, Tendenz steigend. Hier finden Sie Antworten rund um das Thema „Giro­konto“. Sie haben Fragen zum Aspekt „Online­banking“? Die Antworten finden Sie in einem eigenen FAQ Onlinebanking.

Grund­sätzliches zum Thema Giro­konto

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Gibt es in Deutsch­land das Recht auf ein Giro­konto?

Ja, Banken dürfen seit 19. Juni 2016 niemandem mehr verwehren, ein Konto zu eröffnen. Auch Wohnungs­lose, Asyl­suchende und Geduldete haben Anspruch darauf. Allerdings muss der Kunde geschäfts­fähig sein, also mindestens 18 Jahre alt. Das besagt das Zahlungs­kontengesetz (ZKG). Beim sogenannten Basis­konto handelt es sich immer um ein Konto auf Guthabenbasis. Laut ZKG dürfen die Banken für das Basis­konto nur angemessene Preise erheben – also markt­üblichen Entgelte, die dem Nutzer­verhalten entsprechen. Allerdings wurde im Gesetz keine Ober­grenze fest­gelegt. Mehr zum Thema in unserem Test Basiskonto.

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Kann das Basis­konto dasselbe wie ein normales Giro­konto?

Fast. Das Basis­konto soll vor allem die Teil­nahme am bargeldlosen Zahlungs­verkehr sichern, also Über­weisungen, Dauer­aufträge und Kartenzah­lungen ermöglichen, aber auch Ein- und Auszahlungen. Der Konto­inhaber bekommt auch eine Girocard, darf sein Konto aber nicht über­ziehen. Das Basis­konto kann auch als Online­konto geführt werden.

Unser Test Basiskonto zeigt, dass „Jedermann-Konten“ bei vielen Banken teurer sind als herkömm­liche Lohn- und Renten­konten. Gerade wenig zahlungs­kräftige Kunden, müssen unver­hält­nismäßig mehr zahlen.

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Kann eine Bank trotz Rechts­anspruch einem Kunden ein Basis­konto verwehren?

Nur in seltenen Fällen. Nachdem der Antrag auf Konto­eröff­nung gestellt wurde, hat die Bank für eine Entscheidung zehn Tage Zeit. Wenn sie den Kunden ablehnt, muss sie auch das inner­halb von zehn Tagen tun und begründen. Das regelt das Zahlungs­kontengesetz (ZKG). Es gibt folgende Ablehnungs­gründe:

1. Wenn er bereits bei einer anderen Bank in Deutsch­land ein Konto nutzt.

2. Wenn er inner­halb der letzten drei Jahre wegen einer Straftat gegen die Bank, einen ihrer Mitarbeiter oder Kunden verurteilt wurde.

3. Wenn er bereits ein Basis­konto bei derselben Bank hatte, das ihm wegen Zahlungs­verzugs oder Nutzung zu verbotenen Zwecken gekündigt wurde.

4. Wenn die Bank durch die Konto­eröff­nung gegen ihre allgemeinen Sorgfalts­pflichten aus dem Geld­wäsche- und Kreditwesengesetz verstoßen würde.

Sollte einem Kunden die Eröff­nung eines Basis­kontos nach seiner Auffassung zu Unrecht verwehrt werden, kann er sich an die Beschwerde­stelle des jeweiligen Banken­verbandes wenden. Auch die Verbraucherzentralen und Schuldnerberatungs­stellen bieten ihre Unterstüt­zung an. Welche Möglich­keiten Verbraucher haben, zeigt die Über­sicht Bei Finanzombudsstellen beschweren der Bundes­anstalt für Finanz­dienst­leistungs­aufsicht (Bafin). Es ist auch möglich, ein Verwaltungs­verfahren bei der Bafin zu beantragen. Sie prüft dann, ob die Voraus­setzungen für den Abschluss eines Basis­konto­vertrages vorliegen

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Was ist ein Pfändungs­schutz­konto?

Jeder Konto­inhaber hat gegen­über seiner Bank den Anspruch, dass sein Giro­konto als Pfändungs­schutz­konto („P-Konto“) geführt wird. Ein P-Konto dient dem normalen Zahlungs­verkehr, schützt bei Konto­pfändung jedoch einen Teil der Einkünfte vor Gläubigern: seit 1. Juli 2017 bis zu einem Betrag von 1 133,80 Euro pro Person je Kalendermonat. So wird sicher­gestellt, dass verschuldeten Menschen genug Geld zum Leben bleibt. Wenn ein Bank­kunde Unterhalt für andere Personen leisten muss, kann er den Frei­betrag erhöhen. Die Umwandlung eines normalen Giro­kontos in ein Pfändungs­schutz­konto ist jeder­zeit und kostenlos möglich. Sie können auch gleich mit dem Antrag auf Einrichtung eines Basis­kontos beantragen, dass das Konto als Pfändungs­schutz­konto geführt wird. Ein Pfändungs­schutz­konto darf nicht teurer sein als ein gewöhnliches Giro­konto.

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Kann die Bank die Konditionen für ein Giro­konto beliebig ändern?

Die Bank darf Preise erhöhen, neue Entgelte einführen oder Geschäfts­bedingungen ändern. Aber sie muss es dem Kunden mindestens zwei Monate vorher schriftlich mitteilen. Schriftlich heißt auch, dass die Mitteilung im elektronischen Post­fach oder auf dem Konto­auszug steht. Wenn der Bank­kunde bis zum geplanten Termin nichts unternimmt, gilt das als Zustimmung. Auch der Bank­kunde kann frist- und kostenlos kündigen. Wider­sprecht er der Konditions­änderung, kündigt die Bank ihm in der Regel das Konto. Das darf sie auch – mit einer zweimonatigen Kündigungs­frist.

Tipp: Einen direkten Vergleich der Konto­führungs­gebühren von mehr als 120 Banken ermöglicht unser Vergleich Girokonten.

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Ist es egal, was ich auf Über­weisungen in das Feld Verwendungs­zweck schreibe?

Nein. Witze im Über­weisungs­träger können zu einer Mahnung, ja im äußersten Fall sogar zu einer Konto­sperrung führen. Zwar kontrollieren Bank­mit­arbeiter nur selten die Betreff­zeilen der Über­weisungen, es gibt aber eine Software, die nach verdächtigen Worten fahndet. Hat eine Bank den Verdacht, einer Straftat auf der Spur zu sein, ist sie verpflichtet, Polizei und Aufsichts­behörden einzuschalten.

In einem uns bekannten Fall hat sogar der vermeintlich unschuldige Begriff „Kuba“ zu Problemen geführt. Die Bank über­prüfte aus geschäfts­politischen Gründen Zahlungen, die mit bestimmten Ländern in Verbindung stehen. In kritischen Fällen holt sie weitere Informationen vom Kunden ein und die Zahlung ist solange gesperrt.

Rechts­grund­lage für eine Sperre ist Paragraf 25h, Absatz 2 des Kreditwesenge­setzes. Demnach sind Banken tatsäch­lich verpflichtet, flächen­deckend sämtliche Kunden­konten zu über­wachen, um „zweifelhafte oder ungewöhnliche“ Zahlungen aufzudecken, die der Geld­wäsche, der Terrorismus­finanzierung oder sons­tigen strafbaren Hand­lungen dienen könnten. Allerdings legt jede Bank selbst fest, nach welchen Schlüssel­wörtern sie die Über­weisungen scannt.

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Darf die Bank mein Giro­konto einfach so kündigen?

Im Einzel­fall sind Banken berechtigt, Verträge mit Kunden zu kündigen, müssen dies aber begründen. Für alle auf Dauer angelegten Verträge gilt nämlich von Gesetzes wegen: Die Parteien dürfen sie aus wichtigem Grund kündigen. Für die Sparkassen, gibt es diesbezüglich ein Urteil des Bundes­gerichts­hofes (BGH). Sie dürfen ihren Kunden nicht ohne sachgerechten Grund kündigen. (BGH Az: XI ZR 214/14). Nur mit sachgerechter Begründung sind sie berechtigt, Kunden vor die Tür zu setzen, schrieben die Bundes­richter den kommunalen Kredit­instituten ins Stamm­buch. Eine Regelung, wonach Sparkassen ohne Angabe von Gründen kündigen dürfen, sei damit nicht vereinbar.

Eine Bank kann ein Giro­konto auch kündigen, wenn auf dem Konto inner­halb eines Jahres weder Geld­eingänge noch -ausgänge zu verzeichnen sind, sodass die Bank sicher sein kann, dass sie die Konto­führungs­kosten nicht bekommt.

Tipp: Sie sind unzufrieden mit Ihrer Bank und wollen das Konto wechseln? Konditionen von über 100 Banken zeigt unser Vergleich Girokonten.

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Ist es nicht sehr aufwendig, das Giro­konto zu wechseln?

Seit September 2016 müssen alte und neue Bank zusammen­arbeiten, um ihren Kunden einen Bank­wechsel zu erleichtern. Die alte Bank muss alle Konto­bewegungen des Kunden der vergangenen 13 Monate an die neue Bank über­mitteln. Die neue Bank muss dann die Zahlungs­partner des Neukunden über die neue Bank­verbindung informieren. Dafür haben die Banken rund 14 Tage Zeit. Für den Wechsel können die Kunden bei vielen Banken einen digitalen Konto­wechsel­service nutzen und fast alles am heimischen Computer erledigen. Es ist aber auch möglich, die Konto­wechsel­hilfe in der Filiale zu nutzen, dafür gibt es extra Vordrucke. Finanztest hat stich­proben­artig untersucht, wie gut der Umzugsservice klappt.

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Meine Girocard/Kreditkarte ist weg. Was muss ich tun?

Sind Kredit- oder Girokarte weg, dürfen Sie keine Zeit verlieren. Grund: Erst nach der Sperrung steht die Bank und nicht mehr der Kunde für unbe­rechtigte Trans­aktionen gerade. Davor haften Karten­inhaber in der Regel maximal bis 150 Euro. Dieses Limit gilt aber nur, wenn der Kunde keinerlei Sorgfalts­pflichten verletzt oder nicht grob fahr­lässig gehandelt hat. Wer zum Beispiel Pin und Karte zusammen aufbewahrt oder unbe­aufsichtigt im Auto liegengelassen hat, kann auch auf höheren Summen sitzenbleiben. Wird beispiels­weise gleich nach dem Diebstahl mit Girokarte und Pin an einem Auto­maten Geld abge­hoben, gehen die Gerichte davon aus, dass der Karten­inhaber die Geheimzahl gemein­sam mit der Karte verwahrt haben muss (Anscheins­beweis).

Ein BGH-Urteil (AZ: XI ZR 370/10) hat diesbezüglich die Rechte der Bank­kunden gestärkt und auf die gehäuften Skimming-Fälle (Ausspähen von Daten) reagiert. Demnach liegt die Beweislast bei der Bank. Sie muss die Verwendung der Originalkarte beweisen. Der Anscheins­beweis findet keine Anwendung, wenn die Bank diesen Nach­weis nicht erbringen kann.

Tipp: Um die Girocard sperren zu können, brauchen Sie Bank­leitzahl und Konto­nummer, zur Sperrung der Kreditkarte die Karten­nummer. Bei Diebstählen verlangen einige Institute zudem eine Straf­anzeige. Am schnellsten geht die Sperrung über den Zentralen Notruf 116 116. Eine Schritt-für-Schritt-Anleitung finden Sie in unserem Gewusst wie: Plastikgeld sperren

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Wie komme ich als Kunde einer Online­bank an größere Mengen Bargeld?

Ist die Direkt­bank Tochter einer Filial­bank, bekommen Sie meist dort Bargeld. Kunden der Comdirect­bank erhalten bei der Commerz­bank bei Beträgen über 5 000 Euro kostenlos Bargeld.* Kunden der 1822­direkt gehen zur Frank­furter Sparkasse. Andere Direkt­banken wie Consors- und Wüstenrot Bank nutzen Filialen der Reise­bank zur Auszahlung von 1 000 bis 25 000 Euro. Das kostet 0,25 Prozent des Betrags, mindestens 15 oder 17 Euro. DKB-Kunden bekommen für pauschal 50 Euro Geld nach Hause geliefert, Netbank-Kunden vereinbaren telefo­nisch eine Filiale zur Auszahlung (Stand dieser Angaben 9/2019).

Tipp: Gibt es keine der genannten Möglich­keiten, müssen Sie über mehrere Tage verteilt Geld abheben und vielleicht Ihr Tages- und Wochen­limit für Bargeld­abhebungen erhöhen lassen.

Regeln für den Dispokredit

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Habe ich einen Anspruch auf einen Dispokredit?

Nein, die Banken räumen zwar vielen ihrer Kunden einen Über­ziehungs­rahmen auf dem Giro­konto ein, den sogenannten Dispokredit. Aber den gibt es nur, wenn der Kunde regel­mäßige Geld­eingänge hat. In diesem Fall kann er auch ohne Konto­guthaben Geld über­weisen oder abheben und gegebenenfalls mit der Karte bezahlen. Auch Abbuchungen durch Dritte, werden dann ausgeführt, sofern eine Einzugs­ermächtigung vorliegt. Der Kredit ist unbe­fristet.

Tipp: Die Dispozins-Konditionen von mehr als 1 300 Banken und Sparkassen zeigt unser kostenloser Vergleich Dispozinsen.

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Bekomme ich nach einem Bank­wechsel einen Dispokredit wie bei der alten Bank?

Das ist nicht sicher. Manche Banken wollen erst sehen, dass tatsäch­lich regel­mäßig Geld auf dem Konto eingeht. Das können Gehalts- oder Rentenzah­lungen sein oder andere kontinuierliche Zahlungen. Manchmal geben die Kredit­institute eine bestimmte Höhe vor. Klappt es mit dem regel­mäßigen Geld­eingang, räumen die Banken dem Kunden in der Regel nach zwei, drei Monaten einen Dispokredit ein.

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Gibt es feste Regeln für die Höhe des Dispokredites?

Nein, aber meistens beträgt der einge­räumte Kredit­rahmen maximal das Zwei- bis Dreifache des monatlichen Geld­eingangs. Es ist aber möglich, die Höhe auch selbst zu bestimmen und den Dispo zum Beispiel auf wenige Hundert Euro zu begrenzen oder in Absprache mit der Bank für eine bestimmte Zeit auf einen größeren Betrag aufzusto­cken. Für Kunden, die den Dispo nicht unbe­dingt brauchen, ist die Reduzierung des Dispo aus Sicher­heits­gründen sinn­voll.

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Wie hoch sind die Zinsen für den Dispokredit?

Der Dispokredit ist meistens der teuerste Kredit einer Bank. Derzeit bezahlen die Kunden im Durch­schnitt 9,68 Prozent (Stand: 1. Juni 2019), 8 Prozent wären in der derzeitigen Nied­rigzins­phase noch akzeptabel. Von Abzocke sprechen wir, wenn der Dispo mehr als 13 Prozent beträgt. Die Konditionen von knapp 1 300 Banken und Sparkassen zeigt unser kostenloser Vergleich Dispozinsen.

Der Bank­kunde muss nach­voll­ziehen können, wie und wann sich der Dispozins verändert. Wenn die Bank die Höhe des Dispo verändern will, kann sie das seit Juli 2010 ohne eine Information des Kunden, wenn sie den Zins an einen Referenz­wert koppelt. Als Referenz­wert dient zum Beispiel oft der 3-Monats-Euribor. Er zeigt den Durch­schnitt der Zins­sätze, zu denen sich europäische Banken mit sehr guter Kreditwürdig­keit unter­einander Geld leihen können. Gut sind Banken, die den Dispo fest an einen Referenz­wert binden und den Dispozins um ebenso viele Prozent­punkte erhöhen oder senken, wie der Referenz­wert steigt oder sinkt.

Koppelt die Bank den Dispozins nicht an einen Referenz­wert, muss sie ihre Kunden von sich aus recht­zeitig über eine Zins­änderung informieren, so dass sie Einspruch erheben können.

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Was versteht man unter einer geduldeten Über­ziehung?

Von geduldeter Über­ziehung spricht man, wenn Bank­kunden ihr Giro­konto über den Dispokredit hinaus über­ziehen. Lange Zeit berechneten die Banken für die über den Dispokredit hinaus­gehende Summe einen Zins­aufschlag von 3 bis 5 Prozent­punkten. In der Spitze liegt der Zins für geduldete Über­ziehung bei 18,75 Prozent. Mitt­lerweile verzichten aber viele Banken auf den Zins­aufschlag.

Tipp: Die Dispozins-Konditionen von knapp 1 300 Banken und Sparkassen zeigt unser kostenloser Vergleich Dispozinsen.

Bank­gebühren

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Darf eine Trans­aktions­nummer (Tan) etwas kosten?

Ja, Banken dürfen für das Zusenden einer Trans­aktions­nummer (Tan) per SMS auf das Handy eine Gebühr verlangen, wenn der Kunde die Tan für einen Zahlungs­auftrag erfolg­reich nutzt. Das hat der Bundes­gerichts­hof (BGH) entschieden (Az. XI ZR 260/15).

Unwirk­sam sind nur Preisklauseln, nach denen für SMS-Tans – auch für nicht genutzte – grund­sätzlich Gebühren anfallen. In dem verhandelten Fall ging es um die Kreissparkasse Groß-Gerau (Details in unserer Meldung Tans dürfen etwas kosten – wenn sie genutzt werden). Kunden anderer Banken erwächst aus dem aktuellen BGH-Urteil kein auto­matischer Rechts­anspruch. Wenn im Preis­verzeichnis aber fest­gelegt ist, dass die Bank für jede SMS-Tan eine Gebühr nimmt, sollten die Kunden versuchen, diese Gebühren zurück­zufordern. Weigert sich das Geld­institut, müssten die Kunden ihre Bank verklagen.

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Wo kann ich kostenlos Bargeld einzahlen, wenn ich bei einer Direkt­bank bin?

Sie können das Geld bei fast jeder Filial­bank auf Ihr Giro­konto einzahlen. Das kostet meist zwischen 5 und 15 Euro Gebühr, kann aber auch teurer sein. Je nachdem, bei welcher Direkt­bank Sie Ihr Konto führen, können Sie das Bargeld bei den Filialen der Muttergesell­schaften einzahlen, meist sogar kostenlos: Sind Sie Comdirect Bank-Kunde, nutzen Sie die Filialen der Commerz­bank, als Noris­bank-Kunde die der Deutschen Bank. Auf ein Konto der 1822direkt, können Sie bei allen Kassen­terminals der Frank­furter Sparkasse kostenfrei Geld einzahlen. Die Direkt­banken ermöglichen manchmal an ihrem Haupt­sitz direkten Kunden­kontakt.

Wer ein Konto bei der Netbank oder ING hat, kann in allen Geschäfts­stellen der Reise­bank kostenlos aufs eigene Giro­konto einzahlen. Kunden der Smartphone­bank N26 bekommen nicht nur via Handy Bargeld an der Supermarkt­kasse, sie können dort auch welches einzahlen. Kostenlos sind allerdings nur 100 Euro im Monat. Die Möglich­keit, Bargeld auch über Filialen der Bundes­bank aufs eigene Konto einzuzahlen, gibt es seit 2012 nicht mehr.

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Darf die Information über eine geplatzte Last­schrift etwas kosten?

Früher durften Banken kein Geld dafür nehmen, wenn sie Kunden über eine geplatzte Last­schrift informierten. Das hat sich geändert. Seit 1. Februar 2014 gilt für Über­weisungen und Last­schriften grund­sätzlich das Sepa-Verfahren. Sepa ist die Abkür­zung für den eng­lischen Begriff Single Euro Payments Area, zu Deutsch: einheitlicher Euro-Zahlungs­verkehrs­raum. Bei den neuen Sepa-Last­schriften dürfen die Banken etwas dafür verlangen, wenn sie Kunden über geplatzte Last­schriften informieren. Sie dürfen nur die ihnen entstandenen Kosten an den Kunden weitergeben, die in der Regel bei 3 Euro liegen. Höhere Gebühren sind unzu­lässig. Das Land­gericht Dort­mund befand zum Beispiel 50 Euro für zu hoch (Az. 8 O 55/06), das Land­gericht Hamburg 15 Euro (Az. 312 O 373/13), das Ober­landes­gericht Schleswig-Holstein schon 10 Euro (Az. 2 U 7/12).

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Wie lege ich für die Klasse unseres Kindes ein Konto an?

Sie können ein Treu­hand­konto eröffnen. Das Konto läuft auf Ihren Namen, aber für fremde Rechnung. Sie verwalten als Vertrags­partner der Bank und Verfügungs­berechtigter das Geld für Dritte, also für die Klasse Ihres Sohnes. Für die Konto­eröff­nung brauchen Sie den Personal­ausweis und Sie müssen plausibel machen, wofür Sie dieses Konto brauchen. Geben Sie zur Sicherheit einem zweiten Eltern­vertreter oder dem Klassen­lehrer eine Voll­macht für dieses Konto, damit jemand Zugriff hat, wenn Sie verhindert sind.

Sparkassen, Volks- und Raiff­eisen­banken bieten spezielle Konto­modelle für diesen Zweck an. Auch Online­banking ist möglich. Manchmal muss der Verfügungs­berechtigte sein Haupt­konto bei derselben Bank haben. Die Konditionen und Kosten für die Konto­führung legt jede Bank für sich fest.

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Ich möchte mein Giro­konto bei einer ökologisch und sozial­verträglich wirt­schaftenden Bank führen. Welche Banken kommen infrage?

Kredit­institute, die ihre gesamte Geschäfts­tätig­keit an ethisch-ökologischen Kriterien ausrichten sind zum Beispiel die KD-Bank, die Bank für Kirche und Caritas, die Ethik­bank, die Evangelische Bank, die Evenord Bank, die GLS Bank, die Steyler Bank und die Triodos Bank. Sie bieten alle bundes­weit ein Giro­konto an. Der monatliche Konto­führungs­preis liegt zwischen 0 Euro und 8,80 Euro. Welche Bank Ihre Ansprüche am besten vertritt, können Sie über die Informations­materialien selbst heraus­finden.

Tipp: Einen direkten Vergleich der Konto­führungs­gebühren von mehr als 120 Banken – inklusive der oben genannten Banken – ermöglicht unser Vergleich Girokonten.

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Laut Bundes­gerichts­hof müssen Banken bei Verlust oder Diebstahl der Girocard kostenlos eine neue Karte ausstellen. Meine Bank sagt, das Urteil betreffe nur die Post­bank und kassiert 10 Euro. Ist das rechtens?

Jein. Das BGH-Urteil (Az. XI ZR 166/14) ist zwar nur für den Verurteilten bindend, in diesem Fall die Post­bank. Es gilt aber als Anhalts­punkt, wie andere Gerichte im vergleich­baren Fall entscheiden würden. Fakt ist, dass Ihre Bank keine Rechts­grund­lage für das Entgelt hat. Sie können sich an die Schlichtungs­stelle Ihrer Bank wenden. Bei der Sparda Bank Hamburg zum Beispiel hielt der Ombuds­mann das BGH-Urteil im vergleich­baren Fall für anwend­bar. Oder Sie gehen zu einer Verbraucherzentrale. Sie kann Ihrer Forderung Gewicht verleihen. Gibt die Bank nicht nach, riskiert sie eine Abmahnung oder einen Rechts­streit. Mehr zum Thema in unserem Special Schlichtungsstellen: So kommen Sie ohne Gericht zu Ihrem Recht.

Kinder- und Jugend­konten

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Nach welchen Kriterien wähle ich ein Kinder- oder Jugend­konto aus?

Die Haus­bank der Eltern kommt dann infrage, wenn auch alle anderen Kriterien zum jungen Kunden passen: So sollte nicht nur die Konto­führung gratis sein, sondern auch die Karte zum Konto. Die Bank sollte keine anderen Bedingungen verlangen – wie den Kauf eines Genossen­schafts­anteils oder einen regel­mäßigen Geld­eingang. Außerdem sollte die Bank genügend Auto­maten fürs kostenlose Geld­abheben bieten. Wer Bargeld an einem Geld­automaten zieht, der nicht zur eigenen Bank oder zum Banken­verbund gehört, muss dafür bezahlen.

Tipp. In unserer Vergleich Jugendkonten können Sie nach verschiedenen Kriterien filtern. Außerdem sehen Sie auf einen Klick, zu welchen Konten es Prepaid- oder Stan­dard-Kreditkarten gibt und was sie kosten.

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Wie alt muss mein Kind für das erste Giro­konto sein?

Den idealen Zeit­punkt gibt es nicht. Viele Banken eröffnen Konten von Geburt an, andere erst für Schul­kinder und manchmal muss das Kind mindestens zwölf Jahre alt sein. Insbesondere Direkt­banken – also Banken ohne Filiale – eröffnen sogar erst für Voll­jährige ein Giro­konto. Eltern entscheiden am besten anhand der Entwick­lung des Kindes, wann ihr Kind bereit für ein eigenes Konto ist. Der Branchen­verband Deutsche Kredit­wirt­schaft empfiehlt: „Kinder ab zwölf Jahre haben in der Regel die Fähig­keit, eigen­ver­antwort­lich über das eigene Geld zu verfügen.“ Eltern könnten das monatliche Taschengeld regel­mäßig per Dauer­auftrag auf das Konto ihres Kindes über­weisen und junge Menschen lernen so den Umgang mit Konto und Karte.

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Müssen beide Eltern bei der Konto­eröff­nung dabei sein?

Ja, zur Konto­eröff­nung gehen beide Eltern mit dem Kind in die Filiale – möglichst nachdem sie einen Termin vereinbart haben. Dort müssen sich alle ausweisen. Manche Banken erlauben, dass erst ein Eltern­teil mit dem Kind die Konto­eröff­nung erledigt und der andere an den Tagen danach seine Unter­schriften dort leistet. Anderen genügt es, wenn einer vom anderen eine Voll­macht zur Konto­eröff­nung mitbringt.

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Was braucht es zur Eröff­nung eines Kinder- oder Jugend­kontos?

Für die Konto­eröff­nung legen beide Eltern und das Kind den Personal­ausweis oder Reisepass vor. Hat das Kind noch keinen Ausweis oder Pass, dient die Geburts­urkunde als Legitimation. Außerdem ist die Steuer-Identifikations­nummer des Kindes notwendig. Diese erhalten Sie bei Geburt vom Bundeszentralamt für Steuern erhalten. Sollten Sie sie nicht mehr haben, müssten Sie sich dorthin wenden. Ob eine Voll­macht reicht, damit nur ein Eltern­teil anwesend sein muss, hängt von der Bank ab. Sind Voll­jährige noch Schüler, Auszubildende, Studenten oder im freiwil­ligen sozialen Jahr, benötigen sie neben dem Personal­ausweis/Reisepass häufig auch den Nach­weis von Schule, Ausbildungs­betrieb oder Universität, um die Sonder­konditionen zu bekommen.

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Was ist, wenn die Eltern getrennt sind?

Sind Eltern getrennt, geschieden oder ist einer verstorben, geht der Sorgeberechtigte mit dem Kind zur Bank. Meist wollen Banken dann auch die Sorgerechts­bestätigung, Scheidungs- oder Ster­beurkunde sehen.

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Gibt es zum Kinder- und Jugend­konto auch eine Kreditkarte?

Ja, die gibt es für Minderjäh­rige auch. Es handelt sich dann eine Prepaid-Kreditkarte auf Guthabenbasis: Jugend­liche können damit nur so viel ausgeben, wie sie vorher auf die Karte geladen haben. Manchmal ist die Prepaid-Kreditkarte kostenlos, ansonsten reicht die Spanne von 5 bis 42 Euro pro Jahr. Prepaid-Kreditkarten sind gut geeignet für Kinder und Jugend­liche auf Reisen. Eltern können Geld auf die Karten laden, falls das Guthaben nicht reicht. Manchmal lässt sich damit kostenlos Bargeld am Auto­maten ziehen.

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Zahlen die Banken Zinsen für Guthaben auf Kinder- und Jugend­konten?

Ja, einige Banken zahlen Zinsen auf die Guthaben von Kinder- und Jugend­konten, meistens aber nur 0,5 Prozent oder weniger. Sie sind damit kaum nennens­wert. Höhere Zinsen zahlen einige regionale Banken nur bis zu bestimmten Höchst­beträgen.

*Passage korrigiert am 24.09.2019

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