Girokonto Test

Die Unterschiede bei der Kontoführung sind gewaltig: Im besten Fall kostet ein Girokonto gar nichts. Im schlechtesten Fall sind bei vergleichbarer Leistung fast 130 Euro fällig. Die Zahl der Gratisangebote hat weiter zugenommen. Im Wettrennen um die Kunden locken 26 Banken und Sparkassen mit gebührenfreien Angeboten. Doch nicht jeder Kunde ist überall willkommen: Meist ist eine monatliche Gutschrift von mindestens 1.000 Euro, ein bestimmtes Durchschnittsguthaben oder die Führung des Kontos per PC und Telefon Bedingung, bevor die Kontoführung kostenlos ist. Finanztest hat Preis und Leistung von 114 Kontomodellen bei 55 Anbietern geprüft.

Zu diesem Thema bietet test.de einen aktuelleren Test:Girokonten

Karten können extra kosten

Gratis ist längst nicht immer wirklich kostenlos. 8 der 26 Gratis-Banken kassieren für die ec-Karte jährlich zwischen 2,56 und 5,11 Euro. Wer eine Kreditkarte im Portmonee haben will, wird bei 21 Anbietern mit Jahresgebühren zwischen 6,14 und 30,00 Euro zur Kasse gebeten. Was bleibt, sind Angebote von Citibank, comdirect Bank, SEB und den Sparda Banken Berlin, Hamburg, München und Südwest: Bei ihnen ist der ganze Service samt ec- und Kreditkarte kostenlos - teilweise allerdings unter bestimmten Bedingungen.

Gebührenfalle Automat

Die Kontoführung allein ist nur die halbe Miete. Die Versorgung mit Bargeld kann manchen Kontoinhaber teuer zu stehen kommen. Wer Geld aus den Automaten fremder Banken holt, muss an diese zahlen. Und zwar nicht zu knapp: Die Sparkassen kassieren für Fremdabhebungen in der Regel 1 Prozent vom Betrag, mindestens jedoch 3 Euro. Wer also im Zwei-Wochen-Rhythmus frisches Geld braucht, muss bei diesen Konditionen 78 Euro Gebühren pro Jahr einkalkulieren. So wird das Kontoschnäppchen doch noch zur Gebührenfalle, wenn der Kontoinhaber Fremdautomaten benutzen muss.

Kurzer Weg zum Bargeld

Am kürzesten ist der Weg zu kostenlosem Bargeld bei Sparkassen. Sie warten mit 20.000 Automaten auf, an denen Kunden sich bedienen können. Auf Platz 2 landen die Genossenschaftsbanken mit 15.000 Automaten. Dresdner Bank, Deutsche Bank 24, Commerzbank, Hypovereinsbank und Postbank haben sich zusammengeschlossen. Insgesamt 8.000 Automaten stehen für Kunden aller Partnerunternehmen gebührenfrei bereit. Auch Inhaber von Konten bei Tochterunternehmen wie Advance Bank, comdirect bank, norisbank, OLB Direkt, Vereins- und Westbank können sich an diesen Automaten kostenlos bedienen. An 1.900 Automaten bekommen die Kunden von SEB Bank, BW Bank, Citibank, Allbank, CC-Bank und den Sparda-Banken kostenlos Geld ohne dafür zahlen zu müssen. An 1.200 Stellen hat die Diba eigene Automaten aufgestellt.

Viel Soll-, wenig Haben-Zins

Happige Zinsen kassieren Banken und Sparkassen bei Kontoüberziehung. Für den Dispo-Kredit sind mindestens 8,75 Prozent Zinsen (Diba) fällig. Die Citibank kassiert bei einem Soll von mehr als 1.000 Euro stolze 16,49 Prozent. Wer sein Dispo-Limit überschreitet, wird extra zur Kasse gebeten. In dieser Disziplin Spitzenreiter: die Stadtsparkasse Köln mit 18,25 Prozent. Ganz anders die Guthabenzinsen: Oft gibts gar nichts und manchmal bescheidene 0,2 Prozent ab 2.500 Euro Guthaben (Sparda-Bank München). Positiv fallen auf: Diba (3 Prozent ab dem ersten Euro), Allianz Vermögens-Bank (2,75 Prozent), Netbank (je nach Guthaben mindestens 2,85 Prozent) und Volkswagen Bank direct (je nach Guthaben mindestens 2,75 Prozent).

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