Girokonto Meldung

Erfreuliches Testergebnis: Fast alle Banken bieten Selbststän­digen ein Girokonto an. Sie dürfen es aber nur privat nutzen.

Freiberufler und Selbstständige haben es jetzt so einfach wie Angestellte, bei Banken und Sparkassen ein Girokonto zu bekommen. Für das Konto allein ist es egal, wie hoch und wie regelmäßig ihre Einkünfte sind, Hauptsache sie haben überhaupt Einnahmen.

Die Freiberufler und Selbstständigen können sogar ein kostenloses Konto bekommen, sofern sie die Bedingungen erfüllen. Dafür verlangen sehr viele Banken einen monatlichen Geldeingang in bestimmter Höhe. Bei der Postbank sind das monatlich 1 250 Euro. Liegt der Geldeingang darunter, berechnet die größte Privatkundenbank im Monat 5,90 Euro. Bei der Citibank gibt es ein gebührenfreies Konto, wenn der Kunde dort kontinuierlich 2 500 Euro angelegt hat.

Finanztest hat 73 Kreditinstitute befragt, unter welchen Bedingungen sie ein Girokonto für freiberuflich tätige Privatpersonen eröffnen. Nur neun gaben an, dass sie diesen Kunden kein Girokonto anbieten. Das sind die PSD Banken Nord und Rhein-Neckar-Saar, die Santander Consumer Bank, die Sparda-Banken Baden-Württemberg, München und Südwest, die Volksbanken Villingen und Schwerin sowie die Volkswagen Bank direct.

Alle anderen Banken verweisen in ihren Antworten auf ihre üblichen Lohn-, Gehalts- und Rentenkonten. Allerdings vergeben 1822 direct, PSD Nürnberg, Skatbank, SKG Bank und Sparda-Bank Hannover an diese Berufsgruppe keinen Dispokredit. Sie führen das Konto auf Guthabenbasis.

Die PSD Bank Nürnberg verweigert den Freiberuflern auch eine Kreditkarte. Alle anderen geben eine Visa-Karte oder Mastercard aus, machen das aber häufig von der Bonität des Kunden abhängig. Das heißt, dass sie versuchen, sich einen Gesamteindruck über die Zahlungsfähigkeit des Kunden zu verschaffen. Manchmal hilft es, wenn er das Girokonto bei derselben Bank eröffnet, bei der er bereits sein Geschäftskonto führt.

Tipp: Halten Sie Ihre betrieblichen Unterlagen in Ordnung. Die Banken wollen von Ihnen für die Kontoeröffnung in der Regel eine betriebswirtschaftliche Auswertung, die jüngsten Einkommensteuerbescheide oder wenigstens eine Einnahmen­überschussrechnung sehen.

Eine Übersicht über kostenlose und preisgünstige Girokonten bekommen Sie unter www.test.de/girokonten.

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