Will eine Bank oder Sparkasse einem Kunden ein Girokonto verweigern, kann er versuchen, es gerichtlich zu erzwingen. So kam ein Berliner doch noch an ein Konto.

Die Sparkasse Berlin wollte ihm kein neues Konto einrichten, weil er mit einem früheren Konto über drei Monate im Minus war. Das rechtfertige jedoch noch keine Ablehnung, entschied das Landgericht Berlin (Az. 21 S 1/03).

Die Sparkasse Berlin hatte sich nämlich bereits 1994 gegenüber dem Berliner Senat verpflichtet, auch für Kunden mit schlechten Einkommens- und Vermögensverhältnissen ein Girokonto auf Guthabenbasis einzurichten.

Auch die anderen Banken, die mit einem „Girokonto für jedermann“ werben, seien nach Meinung der Verbraucherzentrale Berlin in Zugzwang. Dann müssen sie jedermann eines anbieten. Die Bank muss aber nicht jedem die Möglichkeit zur Überziehung geben.

Tipp: Sollte es zu Streit kommen, können Sie sich an die zuständige Streitschlichtungsstelle des Instituts wenden. Welche das ist, erfahren Sie bei der Bank. Nach dem Urteil können die Institute nicht mehr so leicht behaupten, dass eine Kontoeröffnung für sie unzumutbar sei.

Dieser Artikel ist hilfreich. 280 Nutzer finden das hilfreich.