Girokonto Test

Immer mehr Girokonten kosten nichts. Über zwei Drittel der 64 von Finanztest untersuchten Banken und Sparkassen haben ein Girokonto zum Nulltarif. Die besten Angebote haben regionale Institute. Die meisten deutschlandweit vertretenen Bankhäuser knüpfen aber Bedingungen an ihr Gratiskonto. Der Kontowechsel kann sich lohnen. Kündigt der gewählte Modellkunde sein Filialkonto bei der Citibank und geht zu einem kostenlosen Anbieter, spart er über 200 Euro im Jahr. Wer wechseln will, sollte darauf achten, möglichst an vielen Geldautomaten kostenlos Bargeld zu erhalten.

Zu diesem Thema bietet test.de einen aktuelleren Test: Girokonten

Gratiskonto mit Bedingungen

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Neue kostenlose Konten bieten seit der letzten Finanztest-Untersuchung vor einem Jahr etwa die Commerzbank, die MBS in Potsdam und die Direktbanken ING-Diba, 1822 direkt und DAB Bank an. Auch immer mehr Sparkassen und Volksbanken kommen mit neuen gebührenfreien Gratisangeboten heraus. Viele Institute haben ihre Gratiskonten aber mit Bedingungen versehen, die nicht jeder erfüllen kann. Mal gibt es das Konto zum Nulltarif nur für Onlinekunden oder nur für Kunden in bestimmten Regionen. Andere Banken verlangen einen regelmäßigen Gehalts- oder Renteneingang zwischen 750 und 1 250 Euro oder ein Durchschnittsguthaben. Kein überregionales Bankhaus bietet ein Gratiskonto inklusive ec- und Kreditkarte sowohl für Filial- als auch für Onlinekunden ohne Wenn und Aber an.

Spitzenreiter sind Regionalbanken

Die besten Angebote aus 140 untersuchten Kontomodellen haben die PSD Banken Berlin und Nord sowie die Sparda-Banken Berlin, Hamburg, Hannover und Hessen. Sie bieten Gratiskonten ohne Bedingungen und mit ec- sowie Kreditkarte(n) an. Einige Sparda-Banken verlangen vom Kunden zwar den Kauf eines Genossenschaftsanteils. Darauf zahlen die Banken aber auch Dividende. Bei den überregionalen Banken sticht die BBBank mit ihrem kostenlosen Girokonto ohne Bedingungen hervor. Wer mag, kann dazu für 30 Euro ein Kreditkartendoppel ordern.

Kostenlos Bargeld abheben

Das beste Gratiskonto nützt nichts, wenn der Kunde nur an wenigen Automaten kostenfrei Bargeld ziehen kann. Denn die gesparten Kontogebühren werden schnell von Gebühren für das Abheben an fremden Automaten oder weite Fahrwege aufgezehrt. Kostenlos Bargeld gibt es immer an den Automaten der kontoführenden Bank und an den Automaten von Banken, die sich zu diesem Zweck zu Verbünden zusammengetan haben. Kunden der Sparkassen bekommen an 21 000 Automaten deutschlandweit ihr Bargeld zum Nulltarif. Kontoinhaber der Volks- und Raiffeisenbanken und der PSD Banken haben diese Möglichkeit an 18 000 Automaten. Gut haben es die Kunden der Volkswagen Bank direct. Selbst hat die Bank zwar nur 22 Geldautomaten. Mit der Visa-Karte können sie aber innerhalb Eurolands kostenfrei an allen Automaten mit Visa-Zeichen Geld ziehen (mindestens 250 Euro pro Abhebung).

Dispozinsen steigen

Wer mehr Geld braucht, als sein Konto Guthaben aufweist, kann sich bei entsprechender Zahlungsfähigkeit kurzfristig Geld per Dispositionskredit bei seiner Bank borgen. Daran wollen die Banken kräftig verdienen. Seit letztem Jahr haben zwei Drittel der getesteten Banken den Dispozins erhöht, in der Spitze um 2,1 Prozentpunkte. Durchschnittlich verlangen die Banken derzeit 12 Prozent Dispozinsen. Ein guter Zins liegt unter 10 Prozent.

Individuell: Zum neuen Girokonto

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