Kunden können Abbuchungen von ihrem Girokonto auch dann widersprechen, wenn sie wesentlich länger als vier Wochen zurückliegen. Eine fehlende Reaktion auf den Kontoauszug sei nicht als Genehmigung anzusehen, hat der Bundesgerichthof (BGH) entschieden (Az. XI ZR 258/99).

Er widersprach damit der Bankenpraxis. Diese machten auf den Rückseiten der Kontoauszüge deutlich: Wer nicht binnen vier Wochen den vierteljährlichen Rechnungsabschlüssen und damit allen bis dahin abgebuchten Lastschriften widerspreche, genehmige diese.

Pech hatten Kontoinhaber damit etwa dann, wenn sie zwar eine Einzugsermächtigung widerrufen hatten, dann aber erst zu spät mitbekamen, dass trotzdem weiter abgebucht wurde. Jetzt können solche Abbuchungen rückgängig gemacht werden.

Den Kreditinstituten erklärte der BGH aber gleich, wie sie künftig verzögerte Rückbuchungen verhindern können. Sobald im Kleingedruckten deutlich darauf hingewiesen werde, dass Schweigen auf Lastschriften zur Genehmigung führt, sei eine stillschweigende Genehmigung in Ordnung. Die Kreditinstitute werden nun zügig ihre Geschäftsbedingungen anpassen.

Tipp: Widersprechen Sie falschen Abbuchungen von Ihrem Konto weiter so schnell wie möglich. Zögern Sie damit zu lange, kann eine nachgeholte Rückbuchung teuer werden. Denn bei fahrlässiger Säumnis kann Ihre Bank im Gegenzug Schadenersatz verlangen ­ bis zur Höhe des Abbuchungsbetrags.

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