Girokonto Test

Spitze in dem Kontotest ist die PSD Bank Berlin-Brandenburg. Wir haben uns bei alten und neuen Kunden umgehört. Heike Nicodemus ist Neukundin und spart über 120 Euro im Jahr! ­Vorher war sie bei der Berliner Bank.

Ein Girokonto kostet im Jahr je nach Bank zwischen 0 und rund 170 Euro. Finanztest nennt die günstigsten Konten für Onlinekunden und für Kunden, die Wert auf eine Filiale legen.

Warum in die Ferne schweifen? Sieh, das Gute liegt so nah!“ Goethe hat Recht. Daran können sich Kunden auf der Suche nach einem preiswerten Gehaltskonto getrost halten. Viele Regionalbanken bieten nämlich bessere Konditionen als die überregionalen Kreditinstitute.

Die PSD Bank Berlin-Brandenburg mit neun Filialen in beiden Bundesländern führt das Girokonto kostenlos – ohne Wenn und Aber. Ec-Karte und eine Kreditkarte sind inklusive, Guthaben wird mit mindestens 1,65 Prozent verzinst und an bundesweit 18 000 Geldautomaten des Bankcard-Service-Netzes der Volks- und Raiffeisenbanken können die Kunden kostenlos Bargeld holen. Für den Dispokredit nimmt die Bank nur 7,95 Prozent Zinsen.

Bis zum vergangenen Jahr stand der ­frühere Post-Spar- und Darlehensverein nur bestimmten Personen, zum Beispiel Mitarbeitern von Post und Telekom, offen. Jetzt können alle Gehaltsempfänger aus der Region dort ein Girokonto eröffnen.

Wie schon in den Vorjahren sind auch die Sparda-Banken Berlin und Hamburg ­unter den Besten unseres Tests. Sie berechnen keine monatliche Grundgebühr, ec- und Kreditkarte sind ebenfalls kostenlos.

Allerdings zahlen beide Banken keine Zinsen auf Guthaben und Bargeld können die Kunden nur an 2 400 Automaten kostenlos ziehen. Wie die PSD Banken stehen die Sparda-Banken nur Kunden aus dem regional begrenzten Geschäftsgebiet offen. Es reicht aber weit über Berlin und Hamburg hinaus (siehe „Unser Rat“).

Die Sparda-Banken in anderen Regionen Deutschlands haben eigene Preise. Aber auch ihre Konten sind günstig.

Mogelpackung kostenloses Konto

Girokonto Test

Gute Konditionen. Andrea Häke bekam den Tipp von einer Kollegin. „Bei der PSD Bank sind die ­Konditionen noch besser als bei meiner norisbank.“

Kostenlos für Kunden aus allen Teilen Deutschlands ist die Netbank. Allerdings können sie die Konten dort nur per PC führen. Das vor sechs Jahren von den Sparda-Banken gegründete Kreditinstitut ist eine reine Internetbank.

Die ec-Karte ist kostenlos, die Kreditkarte ist es nur im ersten Jahr. Bargeld gibt es an den 800 Automaten der Sparda-Gruppe.

Wer kein Freund des Onlinebanking ist, kann es bei der GE Money Bank versuchen. Sie bietet in ihren bundesweit knapp 100 Filialen kostenlose Konten an, verlangt aber, dass monatlich 1 000 Euro eingehen. Das muss nicht das Gehalt sein.

So ein kostenloses Konto ist eine Mogelpackung. Denn kostenlos ist es nur für Leute mit genug Geld. Für eine Kreditkarte verlangt die GE Money Bank außerdem knapp 30 Euro im Jahr.

Die beiden Beispiele Netbank und GE Money Bank sind typisch. Viele Banken berechnen nur dann keine Grundgebühr, wenn der Kunde Bedingungen erfüllt.

In der Tabelle „Keinen Cent für Konto und ec-Karte“ haben wir 21 Banken aufgeführt, die ein Girokonto ­ohne Grundgebühr anbieten. 18 von ­ihnen stellen dafür Bedingungen. Entweder müssen die Kunden das Konto online oder per Telefon führen (sieben Banken), oder sie müssen über einen regelmäßigen Geldeingang in vorgegebener Höhe oder ein Guthaben auf einem Konto derselben Bank (neun Banken) verfügen. Die comdirect bank und die Deutschte Kreditbank verlangen sogar beides.

Viele Menschen gehen bei solchen ­Anforderungen leer aus. Wenn sie außerdem nicht in der richtigen Region für eines der Gratiskonten ohne Bedingungen ­leben, müssen sie zahlen. Doch auch für sie gibt es günstige Banken.

In unserem Test sind das zum Beispiel die Sparda-Banken, bei denen ein Jahrespreis um 25 Euro anfällt, die BBBank mit 33,50 Euro und die CC-Bank mit 39 ­Euro. Als Richtschnur gilt: Wer bei einer Filialbank weniger als 60 Euro im Jahr ­bezahlt, ist dort gut aufgehoben.

Mehr als 80 Euro im Jahr für ein ­Filialkonto sollte sich kein Kunde gefallen lassen. So viel verlangen oft noch Volks- und Raiffeisenbanken und Sparkassen.

Wir haben die Konten vergleichbar ­gemacht, indem wir zwei Modellkunden geschaffen haben, einen Onlinekunden und einen Filialkunden. Beide wickeln ­typische Buchungen ab.

Bargeld nicht um jeden Preis

Bei der Wahl ihrer Bank müssen die ­Kunden auch überlegen, wo sie künftig ihr Bargeld ziehen können. Für viele reicht es, wenn sie einen Automaten in der Nähe ­ihrer Wohnung haben. Doch wer oft ­unterwegs ist, achtet besser darauf, dass er an vielen Stellen ohne Gebühren an ­Bargeld kommt.

Die Kunden der Sparkassen, der Volks- und Raiffeisenbanken und der PSD Bank haben die meisten Möglichkeiten, kostenlos Bargeld zu bekommen. Die Verbünde dieser Kreditinstitute umfassen zwischen 18 000 und 21 000 Geldautomaten.

Private Banken haben sich zwar auch zusammengetan. Doch die Cash Group (comdirect bank, Deutsche Bank, Dresdner Bank, Hypovereinsbank und Postbank) und Cashpool (zum Beispiel ABC Privatkunden-Bank, Baden-Württembergische Bank, BBBank, CC-Bank, Citibank, GE Money, norisbank, SEB und Sparda-Banken) besitzen mit 7 600 und 2 400 vergleichweise wenig Automaten.

Wer außerhalb dieser Verbünde Geld holt, muss das teuer bezahlen. In der Regel werden für Auszahlungen in Deutschland oder anderen Euroländern 1 Prozent der abgehobenen Summe, mindestens aber knapp 4 Euro fällig.

Einige Banken wie die Volksbank ­Main-Taunus und die Landesbank Baden-Württemberg begnügen sich bei der Mindestgebühr mit 3 Euro. Die ABC Privatkunden-Bank verlangt dagegen 7,50 Euro.

Andere Banken staffeln die Preise für Fremdabhebungen nach Kreditinstituten. Wenn Sparda-Bank-Kunden Geld bei der Reisebank holen, müssen sie nur 1,30 ­Euro bezahlen, bei den Genossenschaftsbanken kostet es 2,05 Euro und bei allen anderen dann 4 Euro.

Die Preise für Abhebungen sind im ­Vergleich zur Untersuchung im vorigen Jahr stabil geblieben. Nur die Ostseesparkasse hat die Gebühr um 1 Euro auf 4,50 Euro angehoben. Die Sparkasse Nürnberg verlangt jetzt mindestens 5 Euro.

Die Kunden der Dresdner Volksbank Raiffeisenbank und der Ethik Bank wissen gar nicht, worauf sie sich einlassen, wenn sie am fremden Automaten Geld abheben. Denn die Banken geben genau die Summe an sie weiter, die ihnen die fremde Bank berechnet.

Im Ausland kostenlos Bargeld

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Stammkunde. Seit 20 Jahren ist Dieter Reichel seiner PSD Bank treu. „Das Beste sind die Zinsen für ­Guthaben auf dem Girokonto.“ Seit zwei Jahren macht er Online­banking wie 75 Prozent der ­Kunden dieser Bank.

Manchmal bekommen Kunden einer deutschen Bank auch außerhalb Eurolands kostenlos Bargeld. Die Kunden der Deutschen Kreditbank können zum Beispiel weltweit mit der zum Girokonto gehörenden Kreditkarte gratis Geld holen.

Die Citibank-Kunden haben diese Vergünstigung an allen Citibank-Automaten auf der Welt und die der Deutschen Bank finden Partnerbanken zum Beispiel in Kanada, Chile und Mexiko, Großbritannien, Australien und Neuseeland und den USA.

Spanienurlauber, die bei der Commerzbank oder der comdirect bank sind, ­bekommen an den Automaten der Deutschen Bank kostenlos Geld.

Knapp die Hälfte verzinst Guthaben

Für ihr Girokonto werben manche Banken mit dem Argument, dass das Guthaben ­darauf verzinst wird. Doch ein Kriterium für die Wahl des Kontos ist das nicht.

Die Hypovereinsbank zahlt beim Konto Komfortpaket zum Beispiel 3 Prozent, aber nur für ein Guthaben bis 1 500 Euro. Alles was darüber liegt, bleibt unverzinst.

Insgesamt verzinsen 22 der 55 untersuchten Banken und Sparkassen Guthaben auf dem Girokonto. Bei vielen Banken fallen die Zinsen sehr gering aus oder gute Zinsen werden nur für Summen gezahlt, die auf einem Girokonto üblicherweise nicht liegen. Die Citibank zahlt zum Beispiel nur 0,1 Prozent Zinsen auf Guthaben bis 4 999 Euro – 2 Prozent gibt es erst für mehr als 50 000 Euro.

Den Wechsel wagen

Viele Banken führen mehrere Kontovarianten. Wer feststellt, dass er zu viel bezahlt hat, sollte zunächst bei der eigenen Bank nach einem preiswerteren Konto fragen. Macht sie kein Angebot, kommt die Konkurrenz ins Spiel.

Drei Fragen sind wichtig: Kann ich ­irgendwo ein kostenloses Konto bekommen? Wenn nicht, wie teuer wird das ­Konto? Und schließlich: An wie vielen ­Automaten gibt es kostenlos Bargeld?

Wer die Antworten darauf hat, kann sich auch dann an Goethe halten: „Es ist nicht genug zu wissen, man muss auch anwenden; es ist nicht genug zu wollen, man muss auch tun.“

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