Dispozinsen Alle Banken im Test – Durch­schnitts­zins bei 9,51 Prozent

28.09.2021
Dispozinsen - Alle Banken im Test – Durch­schnitts­zins bei 9,51 Prozent
Die Dispozinsen einiger Banken sind immer noch viel zu hoch. © Getty Images / EyeEm

Die Dispozinsen in Deutsch­land sind seit 2020 im Schnitt um 0,5 Prozent­punkte gesunken. Das zeigt unser Vergleich. Ärgerlich: Manche Banken informieren nicht korrekt.

Dispozinsen Alle Testergebnisse für Dispositions­kredite

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Inhalt

Alle Zins­konditionen seit 2010

Seit 2010 prüft die Stiftung Warentest regel­mäßig bundes­weit die Höhe der Dispozinsen der Kredit­institute. Seitdem ist der Durch­schnitts­zins zwar gesunken, aber angesichts des allgemeinen Nied­rigzins­niveaus noch nicht genug. Zurzeit liegt er bei 9,51 Prozent. Aktuell haben wir Angebote von insgesamt 1 198 Banken, Sparkassen, Volks- und Raiff­eisen­banken ermittelt. Teil­weise sind die Geld­institute mit mehreren unterschiedlichen Konto­modellen in unserem Dispozins-Vergleich vertreten. In unserer Daten­bank finden Sie die jähr­liche Entwick­lung der Zins­konditionen seit 2010 (Tabelle: Dispozinsen und Zinsen für die geduldete Überziehung).

Manche Banken halten sich nicht an die Gesetze

Alle Banken veröffent­lichen ihren Dispozins mitt­lerweile im Internet. Einige machen leider immer noch so unklare Angaben, dass wir sie teil­weise für nicht gesetzes­konform halten. Die Raiff­eisen­bank Aresing-Gerols­bach gibt ihren Dispozins zum Beispiel so an: „3-Monats-Euribor zzgl. 12,00 Prozent“ – kein Kunde kann sofort erkennen, wie teuer die Über­ziehung des Kontos ist.

Giro­konto und Dispozins – das ist unser Rat

Konto über­ziehen.
Der Dispokredit zum Giro­konto ist meist der teuerste Kredit der Bank. Sie sollten ihn nur ausnahms­weise und für kurze Zeit in Anspruch nehmen.
Konto wechseln.
Wenn Sie für die Konto­führung im Jahr mehr als 60 Euro bezahlen und der Dispozins deutlich über 10 Prozent liegt, sollten Sie einen Konto­wechsel erwägen – voraus­gesetzt, Sie nehmen den Dispo häufig in Anspruch (Kontowechsel leicht gemacht). Achten Sie auf güns­tige Konto­führungs­gebühren und gut erreich­bare Geld­automaten. Beide Angaben finden Sie in unserem Girokonten-Vergleich.
Teures Konto.
Für Konten mit besonderem Service versprechen Banken zwar einen nied­rigen Dispozins, dafür zahlen Sie aber hohe Konto­führungs­gebühren. Oft lohnt ein solches Konto­modell nicht, auch wenn Sie den Dispo häufig nutzen. Unser Vergleich von Girokonten verrät Ihnen, welche Banken güns­tige Konditionen bieten.
Raten­kredit.
Statt Ihren Dispo auf Dauer zu nutzen, nehmen Sie besser einen Raten­kredit auf. Güns­tige Angebote finden Sie im Ratenkredit-Vergleich.

Beur­teilungs­maßstab ist der EZB-Leitzins

Ein wichtiger Anhalts­punkt, um die Höhe des Dispozinses zu beur­teilen, ist der EZB-Leitzins. Das ist der Zins, zu dem sich Banken bei der Europäischen Zentral­bank Geld leihen. Aktuell liegt er bei 0 Prozent. Der Abstand zwischen EZB-Leitzins und Durch­schnitts­dispo lag vor der Finanz­krise Anfang 2008 bei gut 8 Prozent­punkten. Dann stieg er 2010 auf fast 12 Prozent­punkte. Aktuell liegt der Unterschied immer noch bei knapp 10 Prozent­punkten.

Was ist ein güns­tiger Zins­satz?

Einen Dispozins von 8 Prozent halten wir für noch akzeptabel. Wie der Vergleich zeigt, ist er auch nicht unrealistisch. Flächen­deckend haben die Direkt­banken die güns­tigsten Dispozinsen. Bei einigen Banken mit Online-Konto­führung beträgt der Dispo etwa 6 bis 7 Prozent. Zwar gibt es Filial­banken, die dem nahe kommen, aber Kunden sollten prüfen, zu welchem Konto­modell der Zins gehört. Finanztest beob­achtet seit einigen Jahren, dass viele Banken spezielle Premium­konten mit sehr nied­rigen Dispozinsen und Extras wie einer goldenen Kreditkarte oder Versicherungen anbieten.

Der Haken: Die Konto­führungs­gebühr ist so hoch, dass selbst Kunden, die den Dispo regel­mäßig nutzen, aufs Jahr gerechnet mehr bezahlen müssen als für ein Stan­dard­konto mit deutlich höherem Dispozins. Aktuelle Konto­führungs­gebühren finden Sie in unserem Girokonten-Vergleich.

Wenige Banken haben den Dispozins erhöht

Obwohl das allgemeine Zins­niveau gleich­bleibend nied­rig ist, gibt es auch eine Zins­steigerung. Signifikant erhöht hat die Zinsen als einzige die Targo­bank: Für das Konto Premium um 1,48 Prozent­punkte auf 9,95 Prozent und für das Konto Vorteil um 0,75 Prozent­punkte auf 12,24 Prozent ab 1 000 Euro Über­ziehung.

Banken dürfen nicht will­kürlich an den Dispozinsen herum­schrauben. Seit Juni 2010 ist es Vorschrift, den Dispozins an einen Referenz­wert zu koppeln, wenn eine Zins­änderung ohne Benach­richtigung des Kunden wirk­sam werden soll.

Ein üblicher Referenz­wert ist der Drei-Monats-Euribor, der Zins­satz, zu dem sich euro­pä­ische Banken mit sehr guter Kreditwürdig­keit unter­einander Geld leihen. Der Drei-Monats-Euribor krebst seit Langem auf nied­rigstem Niveau herum.

Es gab auch Zins­senkungen

24 Banken haben seit dem 1. September 2020 den Dispozins um mehr als 1 Prozent­punkt gesenkt. Am güns­tigsten ist die Deutsche Skat­bank: 0 Prozent beim Konto­modell Flat und 3,96 Prozent beim Modell Trumpf.

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