Girocard Meldung

Datenschützer und Zahlungsabwickler streiten sich über die Verarbeitung von Daten beim Bezahlen mit der Girocard (ec-Karte) und Unterschrift. Anlass ist ein Bericht des Radiosenders NDR-Info. Demnach löscht Marktführer easycash Betrag, Zeitpunkt und Ort eines Einkaufs sowie die Kontodaten nicht, wenn die Zahlung ordnungsgemäß erfolgt ist, sondern speichert sie bis zu einem Jahr.

Der weitere Vorwurf: Easycash verwende die Daten nicht nur dafür, Händler davor zu bewahren, dass sie gesperrte Karten akzeptieren oder solche von Kunden, die noch eine offene Kartenrechnung haben. Die Firma nutze sie auch für eine Schnellempfehlung, ob der Kunde besser mit Geheimzahl (Pin) bezahlen soll.

Das Bezahlen mit Girocard und Unterschrift ist für Händler günstiger als das Bezahlen mit Karte und Pin – aber auch riskanter, da sie von der Bank kein Geld erhalten, wenn das Konto nicht gedeckt ist.

Der Datenschutzbeauftragte von Nordrhein-Westfalen, Ulrich Lepper, erklärte, dass eine Datenverarbeitung nur mit einer wirksamen Erklärung des Kunden zulässig sei. Mitte Oktober wollen Datenschützer und Zahlungsabwickler eine Lösung finden.

Tipp: Die Bezahlverfahren sind im Artikel Bezahlen mit ec-Karte (Finanztest 03/2005) erläutert

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