Gewusst wie Special

Ein Viertel Ihrer Zinsen, Dividenden und Kurs­gewinne führt Ihre Bank als Abgeltung­steuer an das Finanz­amt ab, außerdem Solidaritäts­zuschlag und eventuell Kirchen­steuer. Von diesem Abzug können Sie 801 Euro befreien lassen – per Frei­stellungs­auftrag an die Bank. Dann bezahlen Sie nicht zu viel Steuern und müssen sich das Geld nicht mehr über die Steuererklärung zurück­holen. Liegt Ihr Geld auf Konten und Depots mehrerer Banken, können Sie den Frei­betrag aufteilen. Vorher ist ein biss­chen Knobeln angesagt.

Sie benötigen:

  • Stift und Papier
  • Taschen­rechner

Schritt 1

Über­schlagen Sie, ob Sie mit Ihrem Ehepartner gemein­same Frei­stellungs­aufträge stellen wollen. Dann verdoppelt sich der Frei­betrag auf 1 602 Euro. Das rechnet sich, wenn ein Partner Kapital­einkünfte über 801 Euro hat und der andere nicht.

Schritt 2

Suchen Sie Ihre Unterlagen zusammen und sehen Sie nach, welche Einnahmen für das Jahr garan­tiert sind – etwa Zinsen auf Fest­geld oder Spar­briefe. Rechnen Sie aus, wie hoch der Frei­betrag je Bank sein sollte: Anlagesumme mal Zins­satz geteilt durch 100.

Schritt 3

Sind alle sicheren Einkünfte vom Steuer­abzug befreit und haben Sie noch etwas vom Frei­betrag übrig? Dann verteilen Sie den Rest auf die weniger sicheren Einkünfte, etwa auf variable Tages­geldzinsen, und erhöhen Sie bei diesen Banken den Anteil am Frei­betrag. Ungewisse Einnahmen wie Dividenden auf Aktien berück­sichtigen Sie erst zum Schluss. Kurs­gewinne müssen Sie nur beachten, wenn Sie Wert­papiere verkaufen wollen.

Schritt 4

Falls Sie absehen können, dass Sie Wert­papiere mit Verlust verkaufen werden, können Sie den Verlust vom Frei­betrag für die jeweilige Bank wieder abziehen. Denn wenn ein Frei­stellungs­auftrag besteht, verrechnet die Bank die Verluste auto­matisch mit allen Einnahmen. Ausnahme: Aktien­verluste werden nur mit Aktiengewinnen verrechnet.

Schritt 5

Prüfen Sie, ob alles korrekt verteilt ist. Die Frei­stellungs­aufträge können Sie nun bei Ihrer Bank einrichten – das geht auch online. Stellt sich am Jahres­ende heraus, dass die Frei­beträge doch ungünstig verteilt waren, korrigieren Sie das in der Steuererklärung.

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Gewusst wie Special

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