Den Strom- oder Gasanbieter zu wechseln ist ganz einfach, dauert nicht lange – und spart Geld. Hier erklären wir, wie es geht.

Sie benötigen:

  • Ihre letzte Strom- oder Gasrechnung
  • Ihren aktuellen Vertrag mit Ihrem Strom- oder Gasversorger
  • Einen Internet­anschluss – oder Zeit für den Besuch bei einer Verbraucherzentrale

Schritt 1

Prüfen Sie die Kündigungs­frist. Haben Sie noch nie etwas an Ihrem Tarif geändert, sind Sie in der Grund­versorgung mit 14 Tagen Kündigungs­frist. Alle anderen schauen in ihren Vertrag, wo Mindest­vertrags­dauer und Kündigungs­frist stehen. Bei Preis­erhöhung haben Sie ein Sonderkündigungs­recht, manchmal mit kurzer Frist. Handeln Sie dann schnell.

Schritt 2

Ermitteln Sie aus früheren Abrechnungen Ihren Jahres­verbrauch. Damit können Sie Preise und Angebote vergleichen. Der Preis besteht aus einem meist monatlichen Grund­preis plus Arbeits­preis, berechnet pro verbrauchter Kilowatt­stunde. Faust­regel: Ein Tarif mit nied­rigerem Grund­preis ist oft gut für Singles geeignet. Haushalte mit höherem Verbrauch profitieren bei nied­rigem Arbeits­preis.

Schritt 3

Über­legen Sie, was Sie für ein Kunden­typ sind.

Bequemer Kunde: Wenn Sie keine Lust haben, ständig selbst Strom­tarife zu vergleichen und sich jähr­lich um einen Wechsel zu kümmern, ist ein Wechsel­dienst eine gute Wahl. Er sucht jedes Jahr für Sie ein gutes und güns­tiges Angebot aus und wechselt für Sie den Anbieter – entweder ganz auto­matisch oder nach Ihrer Zustimmung. Hierfür berechnen die meisten eine Provision. In unserem Test von Wechseldiensten haben wir vier sehr empfehlens­werte Anbieter gefunden.

Aktiver Sparfuchs: Wenn Sie sich jedes Jahr selbst kümmern wollen und auch die maximale Ersparnis rausholen wollen, nutzen Sie die Verkaufs­portale Check24 oder Verivox. Beachten Sie dabei eine Grund­regel: Nehmen Sie nicht auto­matisch den güns­tigsten Tarif. Die Portale leiten Kunden durch Voreinstel­lungen oft so, dass sie beim einfachen Preis­vergleich nur Tarife mit hohen Boni auf den ersten Plätzen sehen. Auf der linken Seite der Website sehen Sie die Kriterien, nach denen Ihre Auswahl gefiltert wurde. Ändern Sie die Kriterien und prüfen Sie, welche Tarife Ihnen dann ange­zeigt werden: Klicken Sie zum Beispiel „Bonus einrechnen“ weg oder „direkte Wechsel­möglich­keit“. Bonus­tarife sind nur für aktive Kunden geeignet, die jedes Jahr wechseln. Vergessen sie die Kündigungs­frist und bleiben auch im zweiten Jahr noch Kunde, wird es oft richtig teuer. Nicht nur der hohe Bonus fällt dann weg, oft kommt noch eine Preis­erhöhung dazu. Werfen Sie auch einen Blick auf die Kundenbe­wertungen nach einem Jahr und die Bonusbedingungen.

Schritt 4

Wenn Sie sich selbst kümmern möchten, können Sie entweder über das Verkaufs­portal wechseln oder über die Internetseite Ihres Wunschanbieters. Prüfen Sie im zweiten Fall Namen und Bedingungen des Tarifs genau. Manche Tarife werden über die Vergleichs­portale exklusiv angeboten. Den Wechsel organisiert Ihr neuer Anbieter, Sie müssen den alten Vertrag nicht kündigen. Nur wenn Sie außer­ordentlich kündigen, also wegen Preis­erhöhung aus dem Vertrag aussteigen, empfehlen wir, selbst zu kündigen. Über­mitteln Sie noch Ihren Zählerstand an den alten Versorger – dann sind Sie fertig.

Dieses Special ist erst­mals am 12. November 2013 auf test.de erschienen. Wir haben es seitdem mehr­fach aktualisiert, zuletzt am 6. November 2019.

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