Kunden, die bei Händlern im Internet oder aus dem Katalog bestellen, haben es gut. Sie dürfen das Geschäft widerrufen, auch wenn die Ware in Ordnung ist. test.de sagt, wie es geht.

Zum Widerruf benötigen Kunden:

  • Widerrufsschreiben per Einschreiben oder Fax
  • Verpackungsmaterial

Schritt 1

Sie bereuen einen Kauf? Kein Problem, Sie dürfen es sich noch anders überlegen. Nur in wenigen Fällen ist kein Widerruf möglich: bei verderblicher Ware oder entsiegelter Software, CDs oder DVDs, bei Zeitungs- und Zeitschriftenabos und Ware, die nach Ihrem Wunsch gefertigt wurde. Wichtig: Ein Computer, dessen Bauteile Sie auf der Händlerhomepage selbst zusammengestellt haben, ist keine Wunschanfertigung, Sie dürfen ihn zurückgeben.

Schritt 2

Sie haben mindestens zwei Wochen Zeit. Die Frist läuft ab Erhalt der Ware, wenn der Händler Sie vor dem Kauf in Textform, also etwa per E-Mail, über Ihr Widerrufsrecht informiert hat. Ist der letzte Tag der Frist ein Sonnabend, Sonn- oder Feiertag, gilt sie bis zum nächsten Werktag. Beim Kauf von ebay-Händlern – nicht von Privatanbietern – haben Sie nach Ansicht der Gerichte sogar einen Monat Zeit. Sagt ein Händler nichts zu Ihrem Widerrufsrecht, gilt es unbefristet. Erst wenn er Sie informiert, beginnt die Frist.

Schritt 3

Wenn Sie widerrufen, weil der Händler falsche Ware geschickt hat, muss er die Versandkosten zahlen. Ist die Ware richtig, aber gefällt Ihnen nicht, schauen Sie in die Versandbedingungen: Der Händler darf verlangen, dass Sie das Porto tragen, wenn Sie die Ware noch nicht bezahlt haben oder wenn diese höchstens 40 Euro kostet. Regelt er nichts, muss er zahlen, Sie dürfen die Ware unfrei schicken. Sie ersparen dem Händler aber Mehrkosten, wenn Sie den Versand zunächst bezahlen und um Erstattung bitten.

Schritt 4

Sie widerrufen, indem Sie die Ware vor Fristende zurückschicken. Es reicht auch, wenn Sie erst einmal den Widerruf schicken. Das muss per Brief, Mail oder Fax geschehen, ein Anruf reicht nicht. Bei teurer Ware ist ein Einschreiben ratsam. Achtung: Händler dürfen das Widerrufsrecht durch ein Rückgaberecht ersetzen. Dann müssen Sie die Ware unbedingt in der Frist zurücksenden.

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