Gewusst wie Special

In Deutsch­land gibt es rund 13 000 ambulante Pflege­dienste und 10 500 Pfle­geheime – doch welche Einrichtung ist gut? Die Medizi­nischen Dienste der gesetzlichen Kranken­versicherung (MDK) prüfen die Anbieter und vergeben Noten. Rund zwei Drittel der Einrichtungen haben die Prüfer bereits kontrolliert, weitere folgen im Laufe des Jahres. Die Ergeb­nisse sind im Internet zu finden.

Sie benötigen:

  • Stift und Papier
  • Computer mit Internet­anschluss

Schritt 1:

Die Krankenkassen haben Pflegefinder einge­richtet, etwa www.pflegelotse.de, www.bkk-pflegefinder.de, www.aok-gesundheitsnavi.de und www.der-pflegekompass.de. Geben Sie in der Suchmaske den gewünschten Ort oder die Post­leitzahl ein. Wählen Sie, was für einen Typ Einrichtung Sie suchen. Der Pflegefinder nennt die Anbieter in Ihrer Nähe.

Schritt 2:

Die Noten stehen im „Trans­parenzbe­richt“. Lassen Sie sich nicht von der Gesamt­note blenden. Wichtig sind bei einem Pflege­dienst die Einzelnoten für „ärzt­liche Leistungen“ und „ärzt­lich verordnete pflegerische Leistungen“, bei einem Pfle­geheim die Note für „Pflege und medizi­nische Versorgung“.

Schritt 3:

Sehen Sie sich auch die Noten der Unter­punkte an. Wichtig sind für alle Pflegebedürftigen die Behand­lung von Druck­geschwüren, die Ernährung und Flüssig­keits­versorgung, die Medikamenten­vergabe und das Vermeiden von Stürzen und Gelenk­versteifungen. Experten empfehlen, bei einem Pfle­geheim besonders auf die Punkte mit den Nummern 7, 10, 14, 15, 17, 18, 23, 26 und 28 zu achten, bei einem ambulanten Dienst auf die Nummern 1, 2, 5, 8, 12, 13, 18 und 19. Je nach Erkrankung können auch andere Unter­punkte für Sie sehr wichtig sein – zum Beispiel die Noten für den Umgang mit Demenz und chro­nischen Schmerzen. Vorsicht vor Anbietern, die in einem wichtigen Punkt mit „mangelhaft“ abschließen. Im Bericht steht auch, wie viele Fälle die Prüfer untersucht haben. Grund­sätzlich gilt: Je mehr Fälle, desto verläss­licher die Note.

Schritt 4:

Noten sind nicht alles – nehmen Sie die Anbieter immer auch im persönlichen Gespräch unter die Lupe. Sprechen Sie vorher mit Ihrem pflegebedürftigen Angehörigen und notieren Sie die wichtigsten Fragen.

Gewusst wie! – auch als Buch erhältlich

Gewusst wie Special

Die beliebte Finanztest-Rubrik „Gewusst wie!“ ist auch als Buch mit insgesamt 55 wichtigen „Lebens­hilfe-Rezepten“ erschienen. Viele der spannenden und hilf­reichen Anleitungen sind völlig neu. Manche sind bereits veröffent­licht und wurden eigens für das Buch aktualisiert und verbessert. Die Anleitungen reduzieren lästigen Aufgaben und Probleme rund um Finanzen und Recht auf wenige über­schaubare Schritte. Das Buch „Gewusst wie!“ gibt es im Shop auf test.de und im Buch­handel. Es kostet 9,90 Euro.

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