Gewusst wie Special

Der Wille der Patienten ist verbindlich. In einer Patienten­verfügung kann jeder Erwachsene fest­halten, welche Behand­lung er ablehnt oder wünscht für den Fall, dass er schwer krank und nicht ansprech­bar ist.

Sie benötigen:

  • Stift und Papier

Schritt 1

Bringen Sie Ihren Willen nur zu Papier, wenn Sie sich über die Folgen im Klaren sind. Sprechen Sie deshalb vorher mit einem Arzt und einem vertrauten Menschen über Ihre Wünsche. Wenn Sie keine Verfügung schreiben, gilt Ihr „mutmaß­licher Wille“. Dann zählt zum Beispiel, was Sie früher gesagt haben.

Schritt 2

Schreiben Sie auf, in welchen Fällen die Verfügung gelten soll. Erklären Sie, dass Sie das Dokument mit klarem Verstand formuliert haben und sich über die Folgen im Klaren sind. Datum und Unter­schrift sollten nicht fehlen. Sie können in der Verfügung auch persönliche Erleb­nisse und Wert­vorstel­lungen fest­halten, einer Organspende zustimmen oder Wünsche für die Pflege fest­halten. Das Bundes­justiz­ministerium hilft im Internet mit Vorschlägen zur Formulierung: www.bmj.de, Such­wort „Patienten­verfügung“.

Schritt 3

Mit Verfügung oder ohne – als schwerkranker Patient sollten Sie immer einen Menschen haben, der für Sie spricht. Mit einer Vorsorgevoll­macht zur Patienten­verfügung können Sie selbst eine vertraute Person bestimmen. Schreiben Sie auf, dass die Person auch Maßnahmen zustimmen darf, die Ihr Leben gefährden (wie eine Herz­operation), Ihre Gesundheit auf Dauer schädigen (wie eine Amputation) oder mit Frei­heits­entziehung verbunden sind (wie ein Bett­gitter oder eine Heim­unterbringung). Wenn die Voll­macht auch in anderen Fällen gelten soll, etwa für den Verkauf einer Immobilie oder die Aufnahme eines Kredits, ist eine Beur­kundung durch einen Notar sinn­voll. Ansonsten reicht die eigene Unter­schrift meist aus.

Schritt 4

Machen Sie Ihr Umfeld auf die Schreiben aufmerk­sam oder tragen Sie einen Hinweis bei sich. Prüfen Sie regel­mäßig, ob das geschriebene Wort noch Ihrem Willen entspricht. Solange Sie bei Verstand und ansprech­bar sind, können Sie die Verfügung widerrufen – auch mündlich am Krankenbett. Mehr dazu im Artikel „Patientenverfügung“ aus Finanztest 02/2011.

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Gewusst wie Special

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