Gewusst wie Special

Zwei Drittel der Bevölkerung würde im Todes­fall ihre Organe spenden. Doch nur wenige haben einen Spender­ausweis. Finanztest sagt, wie und warum Sie einen Organspende­ausweis beantragen sollten.

Sie benötigen:

  • Spenden­bereitschaft
  • Spender­ausweis

Schritt 1

Machen Sie sich klar, wie eine Organspende abläuft. Informationen liefern Ihnen zum Beispiel die Internet­seiten der Bundes­zentrale für gesundheitliche Aufklärung (www.organspende-info.de). Hier wird erklärt, welche Organe üblicher­weise trans­plantiert werden und wann das zulässig ist. Vor einer Trans­plantation müssen mindestens zwei spezialisierte Ärzte, die nicht dem Trans­plantations­team angehören dürfen, den Hirn­tod des Spenders unabhängig voneinander fest­gestellt haben. Sind nach dem endgültigen Still­stand von Herz und Kreis­lauf mehr als drei Stunden vergangen, kann ein einzelner Arzt den Tod fest­stellen.

Schritt 2

Wenn Sie spenden wollen, sollten Sie einen Organspende­ausweis ausfüllen und in der Brieftasche mit sich tragen. Dann können die Mediziner nach Ihrem Tod schnell handeln. Den Ausweis können Sie telefo­nisch unter der Telefon­nummer 0 800/9 04 04 00 bestellen. Einen Spender­ausweis darf jeder ausfüllen, Unter­suchungen sind nicht nötig. Erklärungen im Ausweis gelten, wenn der Ausfüllende mindestens 16 Jahre alt ist.

Schritt 3

Sprechen Sie mit Ihren Angehörigen, wenn eine Organspende für Sie in Betracht kommt. Diese würden im Falle Ihres Todes gefragt, falls die Mediziner nicht den Ausweis und auch keine anderen Informationen über Ihre Haltung finden.

Achtung: Den Organspende­ausweis sollten Sie auch nutzen, wenn Sie unbe­dingt verhindern wollen, dass Ihnen Organe entnommen werden. Sie können darin ankreuzen, dass Sie der Entnahme von Organen wider­sprechen. Dann müssen sich Ärzte daran halten. Wichtig ist das, wenn Sie viel im Ausland unterwegs sind. Anders als in Deutsch­land, wo nur mit vorheriger Einwilligung des Verstorbenen oder der Zustimmung von Angehörigen eine Trans­plantation erlaubt ist, gilt in vielen europäischen Ländern die Regel: Trans­plantationen sind zulässig, sofern der Betroffene nicht nach­weislich dagegen ist.

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Gewusst wie Special

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