Gewusst wie Special

Ärgern Sie sich, weil beispiels­weise Ihre Hausrat­versicherung im Schadens­fall nichts zahlt? Oder streiten Sie mit Ihrer Kranken­versicherung, weil die Behand­lungs­kosten nicht erstatten will? In solchen Fällen müssen Sie nicht unbe­dingt klagen. Sie können auch einen außerge­richt­lichen Weg wählen, indem Sie einen Ombuds­mann einschalten.

Sie benötigen

  • Papier und Stift
  • Schrift­wechsel mit dem Versicherer
  • Versicherungs­unterlagen
  • Brief, Fax oder Internet

Schritt 1

Beschweren Sie sich erst schriftlich beim Versicherer. Heben Sie den Schrift­wechsel auf.

Schritt 2

Führt das nicht zum Erfolg, können Sie sich an den Ver­sicherungs­ombuds­mann wenden, sofern Ihr Versicherer dort Mitglied ist. Ob das der Fall ist, steht auf der Internetseite Ombudsmann für Versicherte. Zuständig ist der Ombuds­mann auch, wenn Sie bei der Vermitt­lung einer Versicherung Ärger mit einem Versicherungs­vertreter hatten.

Die privaten Kranken­versicherer haben einen eigenen Schlichter. Die dort ange­schlossenen Firmen finden Sie im Internet auf der Seite des Ombudsmanns für die private Kranken- und Pflegeversicherung.

Schritt 3

Formulieren Sie Ihre Beschwerde. Es ist hilf­reich, dafür den Vordruck von der Internetseite der Ombuds­leute zu nutzen. Schi­cken Sie dann die Beschwerde etwa per Post oder Fax ab. Fügen Sie – wenn möglich – eine Kopie des Schrift­wechsels mit dem Versicherer sowie eine Kopie Ihres Versicherungs­scheins bei. Bis auf Ihr Porto ist das Verfahren kostenfrei.

Schritt 4

Der Ombuds­mann versucht dann zu vermitteln. Gelingt dies nicht, trifft er eine Entscheidung, es sei denn die Rechts­frage hat grund­sätzliche Bedeutung und soll von Gerichten beur­teilt werden. Der Schlichtungs­spruch des Ombuds­manns der privaten Versicherer ist bei Streitfällen mit einem Wert bis zu 10 000 Euro für den Versicherer verbindlich. Bei höheren Streit­werten bis zu 100 000 Euro kann er Empfehlungen aussprechen. Der Schlichter der Kranken­versicherer spricht nur unver­bindliche Empfehlungen aus.

Schritt 5

Sind Sie mit dem Spruch unzufrieden, können Sie immer noch klagen. Während des Schlichtungs­verfahrens ist die Verjährung etwaiger Ansprüche gehemmt. Dies gilt nicht bei Beschwerden gegen Versicherungs­vermittler.

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