Gewusst wie Special

Nicht alles, was Patienten benötigen oder wünschen, zahlt die Kasse. Streit gibt es immer wieder, etwa wenn es um Kuren, Krankengeld oder Hilfsmittel wie einen Rollstuhl geht. Auch über die Beitragshöhe oder die richtige Pflegestufe sind sich Versicherer und Kunden mitunter uneins. Rechtlos sind Versicherte in so einer Situation aber nicht.

Sie benötigen:

  • Den Ablehnungsbescheid der Kasse
  • Papier und Stift

Schritt 1: Lehnt die Kasse Ihren Antrag ab, können Sie widersprechen. Das geht formlos per Post und Sie haben einen Monat Zeit ab Eingang des Schreibens. Enthält der Bescheid keine Rechtsbehelfsbelehrung, haben Sie ein Jahr Zeit. Sie können auch mündlich in der örtlichen Filiale Ihrer Kasse widersprechen. In jedem Fall sollten Sie den Widerspruch begründen. Schildern Sie genau, warum Sie meinen, dass die erwünschte Leistung nötig ist. Sie können sich dabei helfen lassen, etwa von einem Sozialverband oder einem Wohlfahrtsverband wie Caritas, Diakonie oder ­Arbeiterwohlfahrt. Einige Rechtsschutzversicherungen zahlen auch für einen Anwalt, der beim Widerspruch hilft. Ob das in Ihrem Fall so ist, steht in Ihrer Police.

Schritt 2: Bleibt die Kasse beim Nein, entscheidet ein Widerspruchsausschuss. Wenn Sie mit dessen Entscheidung auch unzufrieden sind, müssen Sie zum Sozialgericht. Wo und in welchen Fristen Sie handeln müssen, steht im Widerspruchsbescheid. Wenn Sie nicht auf den Bescheid warten wollen, können Sie sich die Leistung wie etwa einen Rollstuhl auf eigene Kosten beschaffen. Heben Sie die Rechnung auf. Sonst gibt es auch nach einem Erfolg vor Gericht keine Erstattung.

Schritt 3: Schläft die Kasse und entscheidet sie nicht, können Sie Untätigkeitsklage beim Sozialgericht erheben. Für die Entscheidung über Ihren Antrag hat sie sechs Monate, für den Widerspruchsbescheid drei Monate Zeit. Meist kommt die Entscheidung fristgerecht. Gefällt sie Ihnen nicht, haben Sie wiederum einen Monat Zeit, Klage zu erheben. Die Vertretung durch einen Anwalt ist nicht obligatorisch und Kosten müssen Sie auch dann nicht befürchten, wenn Sie unterliegen. Nur wenn Sie ohne Rechtsschutzversicherung einen Anwalt beauftragen, bleiben Sie im Fall einer Niederlage auf dessen Kosten sitzen.

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Gewusst wie Special

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