Kinder wissen oft nicht, welche Kosten bei der Hand­ynut­zung entstehen können.

Wenn Kinder mit dem Handy spielen, kann das teuer werden. Wer sich vor unlieb­samen Über­raschungen schützen will, kann eine Dritt­anbieter­sperre einrichten. Doch die gilt nur für Bestel­lungen mit dem Handy im Internet, nicht für Anrufe per Kurz­wahl – die oft unbe­merkt per „Hosentaschentelefonat“ ausgelöst werden. Dafür ist eine zusätzliche Sperre notwendig. Hier zeigen wir, wie Sie vorgehen müssen.

Ein typischer Fall

Auf dem Smartphone hatte ihr zehnjäh­riges Kind fünf­mal die sechs einge­tippt, also 66666, schon wurden O2-Kundin Janine B. für diese „Verbindung an Premium Kurz­wahl“ auf einer einzigen Hand­yrechnung insgesamt 200,99 Euro abge­bucht. Und dies, obwohl sie für das Handy eine Drittanbietersperre einge­richtet hatte.

Doch diese Sperre gilt nur für Bestel­lungen mit dem Handy im Internet, nicht für Anrufe, mit denen man „Informations- und Entertainment­dienste“ per Kurz­wahl anrufen kann. Dafür ist eine zusätzliche Sperre notwendig. Das Geld, das für diese „Dienste“ verlangt wird, steht oft in keinem Verhältnis zu ihrem Nutzen. Weil ihre Zahlen­kombination so einfach ist, kann man sie versehentlich anwählen („Hosentaschen­gespräch“). Oder Kinder drücken sie beim Spielen mit dem eigenen Handy.

Wenn Letzteres passiert ist, weisen Sie die Mobil­funk­firma darauf hin, dass Ihr Kind von Ihnen keine Einwilligung hat, kosten­pflichtige Nummern anzu­rufen, und Sie den Vertrag nicht genehmigt haben. Sie muss Ihnen das Geld dann auf der Rechnung gutschreiben. Als Finanztest nach­fragte, erstattete O2 das Geld.

Sie benötigen

  • Telefon oder Internet­zugang (E-Mail) oder Einschreibe­brief

Schritt 1

Um Ärger zu vermeiden, können Sie per Kurz­wahl erreich­bare kosten­pflichtige „Premium-Voice-Dienste“ sperren lassen. Andere Kurz­wahlen wie die Pannen­hilfe Ihres Auto­mobilklubs wollen Sie aber womöglich nutzen. Hierfür fallen nur die eigentlichen Telefon­kosten an. Diese Kurz­wahlen können Sie weiterhin nutzen.

Schritt 2

Teilen Sie Ihrer Mobil­funk­firma schriftlich, telefo­nisch oder über Ihr Kunden-Login mit, dass Sie kosten­pflichtige „Premium-Voice-Dienste“ nicht nutzen möchten.

Schritt 3

 Lassen Sie sich das Einrichten der Sperre schriftlich von Ihrem Mobil­funkanbieter bestätigen, wenn Sie dort angerufen oder eine E-Mail geschickt haben oder prüfen Sie in Ihrem Kunden-Login, ob Ihr Anbieter die Sperre einge­richtet hat.

Leser­aufruf

Verhält sich Ihr Mobil­funkanbieter kundenunfreundlich bei Problemen mit über­teuerten Kurz­wahl­diensten? Schreiben Sie uns bitte eine E-Mail an handystress@stiftung-warentest.de.

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