Gewusst wie Special

Haben Sie ein Immobiliendarlehen mit einer Lauf­zeit von mehr als zehn Jahren und fester Zins­bindung? Wenn ja, steht Ihnen laut Gesetz nach zehn Jahren ein Sonderkündigungs­recht zu. Sie können den Kredit kündigen, ohne dass der Kredit­geber eine Vorfälligkeits­entschädigung berechnen darf – ganz egal wie lang die Rest­lauf­zeit des Kredits noch ist. Interes­sant ist dieses Sonderkündigungs­recht vor allem in der aktuellen Nied­rigzins­phase, weil Sie so günstig umschulden können.

Sie benötigen

  • Ihren Darlehens­vertrag
  • Internet
  • Brief und Briefmarke

Schritt 1

Prüfen Sie zuerst den frühest­möglichen Kündigungs­termin Ihres Kredits. Erst­mals kommen Sie zehn Jahre nach dem „voll­ständigen Empfang“ der Darlehens­summe aus dem Vertrag. Ausschlag­gebend ist dabei nicht der Termin, an dem Sie den Kredit­vertrag unter­schrieben haben, sondern das Datum, an dem Sie die Darlehens­summe voll­ständig erhalten haben. Die Zehn­jahres­frist beginnt am Tag darauf. Hat die Bank den Kredit nach Baufort­schritt ausgezahlt, startet die Zehn­jahres­frist einen Tag nach der letzten Teil­auszahlung. Zu diesem Datum kommt noch eine Kündigungs­frist von sechs Monaten dazu.
Beispiel: Wenn Sie die letzte Teil­auszahlung am 15. November 2007 erhalten haben, können Sie erst­mals am 16. November 2017 zum 16. Mai 2018 kündigen. Haben Sie den 16. November verpasst, können Sie jeder­zeit mit einer Frist von sechs Monaten kündigen. Diese Regelung gilt auch für Förderkredite, etwa von der Kredit­anstalt für Wieder­aufbau (KfW). Wichtig: Hat Ihnen Ihr Kredit­geber bereits vor Ablauf der Zehn­jahres­frist ein Angebot für eine Zins­senkung gemacht und Sie haben dieses angenommen, beginnt die Zehn­jahres­frist erneut.

Schritt 2

Suchen Sie sich eine Anschluss­finanzierung, bevor Sie Ihre aktuelle kündigen. Hilf­reich ist unser Infodokument Hypothekenzinsen und unser Test Forwarddarlehen.

Schritt 3

Kündigen Sie erst, wenn Sie eine Zusage für einen Anschluss­kredit haben. Schi­cken Sie die Kündigung am besten per Einschreiben mit Rück­schein. Lassen Sie sich den Kündigungs­termin schriftlich bestätigen. Manche Banken akzeptieren die Kündigung erst nach Ablauf der Zehn­jahres­frist.

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