Gewusst wie Special

Einkaufen, Staubsaugen, Wäsche waschen und Abspülen? Wenn ein gesetzlich Kranken­versicherter seinen Haushalt wegen einer schweren Erkrankung nicht selbst führen kann und es niemandem gibt, der das für ihn über­nimmt, bezahlt die Krankenkasse in bestimmten Fällen eine Haus­halts­hilfe. Wir erklären, wie Sie vorgehen müssen.

Sie benötigen:

  • Antrag auf Haus­halts­hilfe (kann bei der Krankenkasse ange­fordert oder von der Internetseite herunter­geladen werden)
  • Termin beim behandelnden Arzt

Schritt 1

Fragen Sie Ihre Krankenkasse, wie lange sie die Unterstüt­zung in Ihrem Fall gewährt. Jede Kasse zahlt bis zu vier Wochen Hilfe, etwa wenn der Versicherte allein lebt, nach einer Operation aus dem Kranken­haus kommt und es keinen gibt, der ihn zu Hause unterstützt. Wer Kinder unter zwölf Jahren hat, schwer erkrankt, ins Kranken­haus oder zur Reha an einen anderen Ort muss, kann sogar bis längs­tens 26 Wochen Hilfe bekommen. Einige Kassen zahlen darüber hinaus zum Beispiel auch bei akuten Erkrankungen oder wenn kein Kind zum Haushalt gehört.

Schritt 2

Bevor Sie eine Haus­halts­hilfe beauftragen, müssen Sie mit Ihrem behandelnden Arzt zusammen einen Antrag stellen. Gemein­sam füllen Sie das Formular aus, das Sie bei Ihrer Krankenkasse besorgt haben. Darin muss beschrieben sein, warum Sie Unterstüt­zung brauchen und wie viel. Die vom Arzt unter­schriebene Bescheinigung senden Sie anschließend an Ihre Krankenkasse.

Schritt 3

Um die Organisation der Haus­halts­hilfe kümmert sich in der Regel Ihre Krankenkasse. Sie hat Verträge mit Sozialstationen und privaten Dienst­leistern, die die Unterstüt­zung im Alltag wie Putzen oder Einkaufen über­nehmen. Soll ein Verwandter bis zum zweiten Grad helfen – etwa Ihre Schwester, der Schwager oder die erwachsene Tochter –, erstattet die Kasse Fahrt­kosten und Verdienst­ausfall bis zu einer „angemessenen“ Höhe.

Schritt 4

Nachdem Ihnen die Kasse den positiven Bescheid zuge­schickt hat, vereinbaren Sie mit dem Anbieter der Hilfe Termine, wann die Haus­halts­hilfe zu Ihnen kommt. Er rechnet die Kosten mit der Kasse direkt ab. Sie selbst leisten eine gesetzliche Zuzahlung: 10 Prozent der Kosten pro Einsatz – mindestens 5 Euro und höchs­tens 10 Euro. Den Eigen­anteil über­weisen Sie an Ihre Krankenkasse.

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