Gewusst wie Freibetrag auf Lohnsteuerkarte

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Arbeitnehmer, die im Jahr 2010 voraussichtlich hohe Ausgaben haben, für die es Steuernachlässe gibt, können sich einen Freibetrag auf ihrer Lohnsteuerkarte eintragen lassen. Wichtige Posten sind zum Beispiel der Weg zur Arbeit oder Handwerkerarbeiten im Haus. Durch den Freibetrag erhalten sie sofort mehr Nettolohn und müssen nicht die Steuererklärung für 2010 abwarten.

Sie benötigen:

  • Antrag auf Lohnsteuerermäßigung
  • Lohnsteuerkarte 2010
  • Kostenbelege, sofern schon vorhanden (zum Beispiel Handwerkerrechnung)

Schritt 1: Prüfen Sie die Voraussetzungen für einen Freibetrag: Wollen Sie für Werbungskosten wie Fahrtkosten einen Freibetrag, muss die im Jahr 2010 zu erwartende Summe aller Werbungskosten 1 520 Euro übersteigen. Unterstellt man 230 Arbeitstage und setzt 30 Cent Pendlerpauschale pro Kilometer an, erreichen Sie diese Grenze erst, wenn zwischen Wohnung und Arbeit mindestens 23 Kilometer liegen. Für die Lohnkosten eines Handwerkers gilt keine Mindestgrenze. Der maximale Freibetrag liegt bei 4 800 Euro. Solange noch keine Rechnung vorliegt, müssen Sie dem Finanzamt die voraussichtlichen Kosten glaubhaft versichern. Verlangen Sie später vom Handwerker, dass er in der Rechnung Lohn- und Materialkosten trennt. Auch der Verlust aus Vermietung kann eingetragen werden. Wer 2009 schon einen Freibetrag hatte, kann 2010 den Wert „wie im Vorjahr“ beantragen.

Schritt 2: Lassen Sie sich vom Arbeitgeber die Lohnsteuerkarte geben und füllen Sie den „Antrag auf Lohnsteuerermäßigung 2010“ aus (erhältlich beim Finanzamt oder unter www.formulare-bfinv.de). Den „vereinfachten Antrag“ können Sie nutzen, wenn Sie schon einmal einen Antrag gestellt haben und nun nicht mehr als den alten Freibetrag möchten. Legen Sie eine Kopie der elektronischen Lohnsteuerbescheinigung 2009 bei.

Schritt 3: Gehen Sie mit dem Antrag und der Steuerkarte zum Finanzamt. Ein Antrag ist bis zum 30. November 2010 möglich. Der Freibetrag wird immer auf die verbliebenen Monate des Jahres verteilt. Geben Sie die Steuerkarte wieder bei Ihrer Firma ab.

Schritt 4: Sie müssen im nächsten Jahr eine Steuererklärung abgeben.

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