Gewusst wie Special

Die paar Sätze haben Sie schnell geschrieben, wenn Sie einen Vertrag kündigen oder der Entscheidung einer Behörde wider­sprechen wollen. Doch wie verschickt man derart wichtige Schreiben am besten?

Sie benötigen:

  • Brief, E-Mail oder Fax
  • Gegebenenfalls Geld für Porto und Einschreiben

Schritt 1

Prüfen Sie, ob für Ihr Anliegen Form­vorschriften gelten. Oft genügt die „Text­form“ den gesetzlichen Anforderungen, dann darf es auch ein Fax oder eine E-Mail sein. So ist das zum Beispiel beim Widerruf einer Internet­bestellung. Für manche Erklärungen ist dagegen die „Schriftform“ – also ein echter Brief – nötig, etwa wenn Sie einen Miet- oder Arbeits­vertrag kündigen. Schauen Sie ins Klein­gedruckte, wenn es etwa um die Kündigung eines Fitnessabos geht. Manchmal stehen dort Vorgaben zur Form.

Schritt 2

Es drängt keine Frist? Dann schreiben Sie einen Brief oder – wenn es den Form­vorschriften genügt – eine E-Mail und bitten um Bestätigung . Ohne Bestätigung wissen Sie nicht, ob Ihre Nach­richt ange­kommen ist. Bleibt die Rück­meldung aus, sollten Sie reagieren, etwa mit einem Einschreiben.

Schritt 3

Beim „Einschreiben mit Rück­schein“ bekommen Sie einen Nach­weis, wann Ihr Schreiben den Empfänger erreicht hat, doch es ist bei eiligen Sachen riskant. Nimmt der Adressat das Einschreiben nicht an, lagert es eine Woche in der Post, bis es zurück­geht.

Schritt 4

Die Zeit drängt? Dann sollten Sie das „Einwurfein­schreiben“ wählen. Hier dokumentiert der Bote den Einwurf und in der Regel ist alles geritzt. Pferdefuß: Gelegentlich werten Gerichte die post­interne Zustell­notiz nicht als Beweis. Das kommt aber nicht häufig vor. Ähnlich ist es beim Fax mit Sende­protokoll. Vielen Gerichten genügt das als Beweis.

Schritt 5

Wenn gar nichts schief­gehen darf, sollten Sie einen Gerichts­voll­zieher mit der Zustellung beauftragen. Das kostet meist nur etwa 10 Euro. Beim nächsten Amts­gericht erfahren Sie, welcher Gerichts­voll­zieher zuständig ist. Sie schi­cken ihm das Schreiben, dann stellt er es zu. In jedem Fall erhalten Sie einen amtlichen Beleg über den Zugang und den Inhalt des Schreibens. Sicherer geht es nicht. Das Verfahren braucht aber einige Tage Zeit.

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Gewusst wie Special

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