Gewusst wie Special

Die Abwrackprämie von 2 500 Euro für den mindestens neun Jahre alten Wagen gibt es erst, wenn der Neu- oder Jahreswagen die Zulassung erhalten hat. Ob das Geld wirklich für jeden Antragsteller reicht, ist nicht klar. test.de sagt, wie Autofahrer an die Prämie kommen. [Update: Neue Regeln gegen Missbauch im letzten Absatz.]

Wann es die Abwrackprämie gibt

Wer jetzt seinen neunjährigen oder noch älteren PKW in die Schrottpresse fährt und auch noch einen Neuwagen mit mindestens Abgasnorm „Euro 4“ kauft oder least und zulässt, erhält die 2 500 Euro. Bedingung ist, der Wagen muss zurückgerechnet ab dem Verschrottungszeitpunkt neun Jahre alt und ein Jahr oder länger auf den Autokäufer zugelassen sein. Unter diesen Voraussetzungen gibt es das Geld auch, wenn sich der Kunde für einen Jahreswagen entscheidet. Dieser darf maximal ein Jahr lang auf einen Händler, Hersteller oder Werksangehörigen zugelassen gewesen sein.

Wer zuerst kommt, mahlt zuerst

Kunden haben aber keine Gewissheit, ob am Zulassungstag ihres Neu- oder Jahreswagens noch Geld im Prämientopf ist. Wer zu spät kommt, kriegt nichts mehr ab. 560 144 Abwracker und Käufer können nach Angaben des Bundesamtes für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (Bafa) noch 2 500 Euro erhalten. Dann ist das vom Gesetzgeber vorgesehene Geld von insgesamt 1,5 Milliarden Euro für Prämien und Verwaltung ausgegeben. Bis heute waren bei der Bafa 39 856 Anträge eingegangen.

Tipp: Es gilt das Prinzip, wer zuerst kommt, mahlt zuerst. Fällen Sie keine überhasteten Entscheidungen, aber setzen Sie sich jetzt mit dem Autokauf auseinander. Die Prämie können Sie erhalten, wenn Verschrottung, Neukauf und Zulassung zwischen dem 14.  Januar  2009 und dem 31.  Dezember  2009 stattfinden.

Diese Dokumente sind nötig

Antragsformulare können sich Autokäufer von der Bafa auf dem Postweg zuschicken lassen oder unter www.bafa.de ausdrucken. Schon für das Abwracken sind diese Papiere nötig. Verschrotten sollte den Altwagen ein „anerkannter Demontagebetrieb gemäß Altautoverordnung“. Eine solche Firma findet der Besitzer, wenn er bei der Stadtverwaltung nachfragt. Vom Entsorger lässt sich der Kunde einen Verwertungsnachweis geben und eine Bestätigung im Bafa-Formular, dass der Wagen geschreddert ist. Ersteht der Käufer einen Jahreswagen von einem Werksangehörigen, benötigt der Käufer zudem eine Herstellerbescheinigung, dass der Wagen wirklich auf einen Mitarbeiter zugelassen war.

Tipp: Seien Sie vorsichtig, wenn Händler werbewirksam versprechen, die Formalitäten zu übernehmen. Haben Sie den Wagen schon gekauft, ist es möglich, dass Ihnen die Prämie später nicht bewilligt wird. Wenn Sie nur wegen der Prämie neu kaufen, informieren Sie sich bei der Bafa, ob Ihr Antrag noch Berücksichtigung findet. Die neue Bafa-Hotline lautet 0 30 - 34 64 65 470. Für Gespräche fallen die normalen Festnetzkosten an.

Ab März werden erste Prämien ausgezahlt

Der Verwertungsnachweis, die ­Kopien aller Fahrzeugpapiere und die Rechnungskopie vom Neukauf oder Leasing sowie Kopien der Zulassungen des Neuwagens gehen in einem Umschlag per Post an die Bafa. Bestätigt sie den Antrag, überweist sie 2 500 Euro nach der Zulassung des Neuwagens auf ein vom Käufer angegebenes Konto. Die ersten Prämien werden nach Auskunft einer Bafa-Sprecherin Anfang oder Mitte März ausgezahlt.

Kfz-Steuer beachten

Bevor Neuwagenkäufer ihr Wunschauto auswählen, lohnt sich ein Blick auf die CO2-Werte. Für alle ab dem 1. Juli 2009 gekauften Neuwagen gilt eine Kfz-Steuer, bei der es neben dem Hubraum auch auf den Schadstoffausstoß ankommt. Wer sein Auto nach dem 5. November 2008 gekauft hat, kann zwischen alter und neuer Steuer wählen, für alle anderen gilt die alte Steuer. Daumenregel: Für Käufer von Kleinwagen wird es künftig etwas günstiger. Mehr zahlen müssen hingegen die Käufer PS-starker Autos.

[Update 4. März: Neue Regel gegen den Missbrauch]

Die Bundesregierung hat heute den Nachweis über die Verschrottung des Altautos neu geregelt. Wer die Prämie künftig haben will, muss von Samstag, dem 7. März, an das Original seines Fahrzeugbriefs beim zuständigen Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (Bafa) abliefern. So will der Gesetzgeber verhindern, dass Autokäufer die Abwrackprämie in Anspruch nehmen, das Auto aber trotzdem weiterverkaufen. Bislang bleibt der Brief beim Schrotthändler, und das BAFA bekommt nur eine Kopie.

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