Nun bekommen dubiose Versandhandelsfirmen Gegenwind, wenn sie Verbrauchern Gewinnversprechen ins Haus schicken. 57.843 Mark versprach die Firma Eurox einem test-Leser, und der orderte daraufhin auf dem beigefügten Bestellschein allerlei Sachen für einige Hundert Mark. Die Waren kamen prompt, ebenso die Rechnung ­ nur nicht der Gewinn. Weil aber nach der neuen Gesetzeslage seit 1. Juli ein versprochener Preis auch ausgezahlt werden muss, zahlte der test-Leser nicht, sondern zog den Rechnungsbetrag vom Gewinn ab und ließ seinen Anwalt die Restsumme einfordern. Daraufhin gab Eurox kein Lebenszeichen mehr von sich, konnte weder unter der angegebenen Adresse in Lahr noch im Gewerberegister gefunden werden. Offenbar hat die Firma dort nur ein Postfach, während ihr Sitz in Holland liegt. Postfachinhaber ist eine Firma "Sparen und Gewinnen", deren Chef nun vom Verbraucherschutzverein verklagt wird.

Da die Klage gegen Eurox mangels Adresse nicht zugestellt werden kann, wird wohl nichts aus dem Gewinn des test-Lesers ­ dafür hat er die bestellte Ware kostenlos. Übrigens: Seine Rechtsschutzversicherung musste zwar die Anwaltskosten tragen, kündigte dann aber den Vertrag. Sie hatte vergeblich versucht, sich auf die Ausschlussklausel "Spiel- oder Wettverträge" zu berufen. Bei solchen Verträgen hätte sie keine Kosten erstatten müssen.

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