Wer Gewinne verspricht, muss sie auch auszahlen. Immer mehr Gerichte wenden diese Regelung des Bürgerlichen Gesetzbuchs konsequent an, auch bei ausländischen Firmen. So verurteilte das Oberlandesgericht Bamberg (Az. 4 U 86/ 02) einen holländischen Versandhandel, der einem Würzburger 25 500 Euro versprochen hatte, sobald er Waren bestellt habe. Was dann kam, waren aber nur Rechnungen und ein Mahnverfahren. Ähnlich erging es einer Bielefelderin, der das Oberlandesgericht Hamm 17 895,22 Euro von einer holländischen Firma zubilligte (Az. 8 U 65/02). Es bleibt aber fraglich, ob beide ihren Gewinn auch bekommen. „Vollstreckungen im Ausland sind schwer“, meint Jurist Egbert Groote vom Verbraucherzentrale Bundesverband: „Nur wer eine Deckungszusage seiner Rechtsschutzversicherung hat, kann versuchen, ein Gewinnversprechen einzuklagen.“ Alle anderen werfen die Briefe am besten in den Papierkorb.

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