Gewinnspiele Meldung

Das Oberlandesgericht (OLG) München hat einem Selbstbedienungswarenhaus untersagt, Gewinnspiele durchzuführen, bei denen Kinder bis zwölf Jahre in der Spielzeugabteilung vorab den von ihnen gewünschten Gewinn aussuchen und auf einen Wunschzettel schreiben sollten (Az. 6 U 1791/00, rechtskräftig).

Das OLG sah in dem Gewinnspiel eine sittenwidrige Werbeform, weil sie eine psychologische Zwangslage herbeiführe. So würden die Kinder beim Aussuchen des Gewinns in unlauterer Weise zu Gelegenheits- und Spontankäufen verleitet, die ohne die besonderen Spielbedingungen für das Gewinnspiel nicht zustande gekommen wären.

Die Preise bis zu 100 Mark für die Wunschgewinne lägen zudem außerhalb der finanziellen Möglichkeiten von bis zu 12-Jährigen. Eltern und Begleiter würden unter Druck gesetzt, wenn Kinder durch lautstarke Äußerungen mit und ohne Tränen zum Kauf von Spielsachen drängten. Auch sei es nicht angenehm, als Rabenvater, -mutter oder -oma dazustehen, wenn man dem Drängen des Kindes nicht nachgebe.

Die Revision des Warenhauses gegen das von der Zentrale zur Bekämpfung unlauteren Wettbewerbs in Frankfurt am Main erstrittene Urteil des Oberlandesgerichts wurde vom Bundesgerichtshof ­ mangels Aussicht auf Erfolg ­ nicht angenommen.

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