Der Fall ist typisch: Mit falschen Versprechen wie „Koffer voller Bargeld“ wurden Millionen Verbraucher aufgefordert, teure 0 190-er Nummern zu wählen, um ihren angeblichen Gewinn abzurufen. Oder es lagen Formulare für Warenbestellungen bei. Drei Millionen solcher Briefe sollen ein 43-jähriger und ein 46-jähriger Rechtsanwalt verschickt haben. Beide wurden verhaftet. Eine Auszahlung der Gewinne war von vornherein nie geplant, stellte das Oberlandesgericht Karlsruhe fest (Az. 3 Ws 113/05 und 3 Ws 96/05). Die Täter sind keine kleinen Fische: Die Gewinne der Abzocker betragen nach Schätzung der Staatsanwalt­schaft Mannheim etwa fünf Millionen Euro.

Tipp: Wer Gewinnmitteilungen erhält, aber gar nicht an einem Preisrätsel teilgenommen hat, sollte sie in den Müll werfen. Zwar kann der Gewinn eingeklagt werden. Doch da es meist Briefkastenfirmen sind, die oft auch noch vom Ausland aus arbeiten, ist es fast unmöglich, das Geld einzutreiben. Selbst ein gewonnener Prozess wird teuer, denn Gericht und Rechtsanwalt nehmen Gebühren und Honorar dann vom Kläger. Diesen Schritt sollte nur riskieren, wer eine Rechtsschutzversicherung hat.

Alternative: Strafanzeige erstatten. „Das kostet nichts, geht ohne Anwalt, und der Staatsanwalt kann Gelder – falls es zu einem Verfahren kommt und er welche beschlagnahmt – an die Opfer auszahlen“, rät der Karlsruher Richter Klaus Böhm.

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