Gewichts­zunahme Macht Studieren dick?

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Gewichts­zunahme - Macht Studieren dick?
Fast Food ist bequemer: Mit dem Studien­beginn ändert sich bei vielen abrupt der Lebens­stil. © Getty Images / damircudic

Studien­beginn – die Zeit wird knapper, der Alltag stressiger, der Körper verändert sich. Viele junge Menschen nehmen in dieser Zeit zu. Aber hat das etwas mit dem Studium zu tun? Im eng­lisch­sprachigen Raum ist das Phänomen der plötzlichen Gewichts­zunahme als „Freshman 15“ oder „Fresher Five“ bekannt . Wissenschaftler haben untersucht, ob Studierende in den ersten beiden Semestern wirk­lich 5 Kilo oder gar 15 Pfund zunehmen – und fest­gestellt: Das Phänomen ist gar keines.

Studien­anfänger nehmen tatsäch­lich zu – bloß weshalb?

Bis zu 15 amerikanische Pfund (6,8 Kilogramm) nehmen Studierende im ersten Studien­jahr angeblich zu – Nord­amerikaner sprechen von „Freshman 15“, Neuseeländer und Australier von „Fresher Five“ (im ersteren Fall auf das amerikanische, im letzteren auf das interna­tionale Gewichts­maß bezogen). Seit 1985 beschäftigen sich welt­weit Studien mit dem Phänomen der „First Year Fatties“. Viele von ihnen bestätigen, dass Studenten tatsäch­lich schwerer werden, besonders in den ersten beiden Semestern. Aber keine einzige Studie konnte die Zahlen des Volks­munds belegen. Auch die jüngste, erst im Juli 2019 veröffent­lichte Studie der kana­dischen Brock University, dokumentierte lediglich, dass männ­liche Studenten im ersten Jahr durch­schnitt­lich 3,62 Kilogramm und weibliche 1,81 Kilogramm zunahmen.

Weniger Fürsorge, mehr Fast Food

Warum kommt es über­haupt zur Gewichts­zunahme? Das liegt schlicht daran, dass Studien­anfänger plötzlich ihr Leben selbst managen müssen und ihre Gewohn­heiten ändern. Wenn sie nicht mehr der elterlichen Fürsorge, aber umso mehr dem stressigen Uni-Alltag ausgesetzt sind, greifen sie schneller zu Fast Food, Süßig­keiten und Alkohol. Gleich­zeitig vernach­lässigen sie Sport und Bewegung. Deshalb reichern sie mehr Körperfett an – und werden dicker. Das geht unter diesen Umständen allen Menschen so. Weshalb Wissenschaftler diplomatisch von „ungüns­tigen Veränderungen“ sprechen, „die Studierende während ihres Studiums erfahren“.

Das Phänomen ist keines

Wer also auf gesunde Ernährung und Bewegung verzichtet, nimmt zu! Und für den wird „First Year Fattie“, „Freshman 15“ oder „Fresher Five“ dann durch­aus zu einer sich selbst erfüllenden Prophezeiung. So bringen schlechte Ernährung und mangelnde Bewegung zwar aparte Wort­schöpfungen hervor, aber am Ende kein echtes Studenten-Phänomen.

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