Gewalt I Meldung

Opfer von Gewalt in der Ehe sollen mehr Rechte bekommen. Derzeit wird ein "Gewaltschutzgesetz" erarbeitet, das wahrscheinlich Anfang nächsten Jahres in Kraft treten wird. Es sieht vor, dass das Opfer den Auszug des Schlägers aus der gemeinsamen Wohnung verlangen kann, außerdem ein Näherungsverbot. Dann darf sich der Schläger der Wohnung, dem Arbeitsplatz oder auch der geschlagenen Person selbst nicht nähern. Allerdings muss das gerichtlich durchgesetzt werden. Der Richter kann dann einen Zeitraum und eine Distanz ­ beispielsweise drei Monate und 100 Meter ­ festlegen. Das Gesetz soll auch für nichteheliche Beziehungen greifen sowie für Stalking. Damit sind Belästigungen durch ständiges Auflauern, Beobachten oder Annäherungsversuche gemeint. Eine ähnliche Regelung gibt es bereits in Österreich. Dort kann die Polizei sogar anordnen, dass der Täter für bis zu zwölf Tage auszieht ­ auch wenn das Opfer das gar nicht verlangt. In Deutschland ist das derzeit nur für wenige Stunden zur Abwehr einer unmittelbaren Gefahr möglich.

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