Gesetzliche Gewährleistung: Bei Mängeln erst Reparatur, dann Umtausch

Hartnäckig hält sich bei vielen Verbrauchern die Vorstellung, sie dürften es sich kurz nach dem Kauf anders überlegen und die Ware umtauschen. Wer fehlerfreie Ware umtauschen will, müsse nur schnell genug wieder im Geschäft sein und Kassenbon sowie Originalverpackung mitbringen.

Doch es gibt kein generelles Rücktrittsrecht vom Kauf. Nur in wenigen Ausnahmen gilt ein Widerrufsrecht von 14 Tagen: Bei Haustür-, Fernabsatz- und Verbraucherkreditgeschäften soll es vor übereilten Entscheidungen schützen.

Voraussetzung für ein Rückgaberecht ist, dass die Ware Mängel hat. Das allein reicht aber nicht. Sendet etwa der neue Fernseher tonlos, kann man nicht verlangen, dass das Gerät gegen Erstattung des Kaufpreises zurückgenommen wird. Vielmehr darf der Händler „nacherfüllen“: also reparieren oder dem Kunden ein anderes Gerät aus derselben Bauserie geben.

Ob nun Ersatz oder Reparatur, darf eigentlich der Kunde entscheiden. Doch der Händler darf einen Austausch ablehnen, wenn das zu teuer oder unmöglich wäre. Oft muss der Kunde also mit einer Reparatur zufrieden sein. Wie lange die dauern darf, entscheidet der Einzelfall: „In der Regel ist gegen zwei bis drei Wochen nichts einzuwenden“, meint Martin W. Huff, Rechtsanwalt in Frankfurt/Main. „Aber bei einem Auto, einem Handy oder anderen Gebrauchsgegenständen, die man rasch wieder braucht, ist mehr als ein Woche zu viel.“ Der Händler hat aber nur zwei Versuche. Schlägt auch die zweite Reparatur fehl, darf der Kunde vom Vertrag zurücktreten: Ware zurück, Geld zurück. Alternativ kann er auch den Fernseher behalten und Preisnachlass verlangen. Dasselbe gilt, wenn der Händler das Gerät austauscht: Nach dem zweiten erfolglosen Versuch ist Schluss.

Wichtig: Auch Werbeaussagen oder unverständliche Montageanleitungen können ein Mangel sein. Werden die Werbeversprechen nicht gehalten gilt: Nacherfüllung oder Rücktritt vom Kauf. Außerdem gilt für die ersten sechs Monate: Bei Reklamationen muss der Händler beweisen, dass die Ware beim Kauf in Ordnung war. Sonst wird der Fehler automatisch von Anfang an vermutet.

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