Getrock­nete Tomaten im Glas

Nach diesen Schad­stoffen haben wir gesucht

Im Fokus des Tests stehen Weichmacher. Unsere Experten haben die 17 Produkte aber auch auf andere Schad­stoffe untersucht. Und sind fündig geworden.

Getrock­nete Tomaten im Glas Testergebnisse für 17 Getrock­nete Tomaten in Öl 06/2017

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Inhalt

Weichmacher

Es gibt eine Vielzahl von Weichmachern. Sie gelangen über die Umwelt oder Verarbeitungs­prozesse in die Nahrung. Nach dem Lebens­mittel­recht soll ihr Vorkommen so weit wie möglich minimiert werden. Das heißt für uns: Sie sind uner­wünscht, auch wenn sie kein akutes Gesund­heits­risiko darstellen. Im Test fanden wir Weichmacher, die die Europäische Behörde für Lebens­mittel­sicherheit Efsa unterschiedlich einstuft.

Das Bioprodukt LaSelva ist deutlich mit DEHP (Diethylhex­ylph­thalat) belastet, das die Fort­pflan­zungs­fähig­keit beein­trächtigen kann. Die Efsa legte eine täglich tolerier­bare Aufnahme­menge (Tolerable Daily Intake, TDI) von 0,05 Milligramm pro Kilo Körpergewicht fest. Die Menge gilt als unbe­denk­lich, selbst wenn ein Mensch sie lebens­lang täglich zu sich nimmt. Der in LaSelva ermittelte Gehalt unter­schreitet den TDI bei üblichem Verzehr.

In einigen Gläsern haben wir Weichmacher nachgewiesen, die weniger kritisch sind: Acetyltributylcitrat (ATBC), epoxydiertes Sojabohnenöl (Esbo) und Diisononylcyclo­hexanoat (Dinch). Ihr TDI beträgt jeweils 1 Milligramm pro Kilo Körpergewicht. Die Sera-Tomaten über­schreiten den TDI zwar für keinen der Stoffe, sind aber in der Summe mit 100 Milligramm pro Kilo so hoch belastet, dass wir sie als mangelhaft einstufen.

Mineral­ölbestand­teile

Das Bundes­institut für Risiko­bewertung und die Efsa bewerten aromatische Mineral­ölkohlen­wasser­stoffe (Moah) als möglicher­weise krebs­er­regend. Gesättigte Kohlen­wasser­stoffe (Mosh) können sich im Körper anreichern, etwa in Leber oder Milz. Die Folgen sind noch nicht geklärt. In die Nahrung gelangen beide zum Beispiel durch Fette und Öle, die bei der Herstellung verunreinigt wurden. Geringe Mengen Mosh fanden wir in allen Produkten – in den Mini-Perino-Tomaten von Ditt­mann so viel, dass sie mangelhaft sind.

PAK

Viele der poly­zyklischen aromatischen Kohlen­wasser­stoffe wirken krebs­er­regend, fort­pflan­zungs­gefähr­dend oder genver­ändernd. Die Tomaten mariniert in Öl von Kattus und das Produkt von Sera sind deutlich belastet, halten aber die gesetzlichen Höchst­gehalte für PAK in Öl ein. Hinein gelangen sie etwa durch unsachgemäße Trock­nung von Saaten.

3-MCPD-Ester

Sie entstehen während der Herstellung von Fetten und Ölen. Vermeiden lassen sie sich bisher nicht, aber minimieren. Während der Verdauung wird aus ihnen 3-MCPD. Tier­versuche haben gezeigt: Die Substanz gilt in sehr hohen Dosen als möglicher­weise krebs­er­regend.

Glycidyl-Ester

Sie bilden sich, wenn Fette und Öle raffiniert werden. Während der Verdauung wandeln sie sich in das wahr­scheinlich krebs­er­regende Glycidol um. Es gibt keinen gesetzlichen Höchst­gehalt für Glycidyl-Ester. Hohe Mengen lassen sich aber vermeiden. Fast alle Produkte im Test zeigen das. Ausnahme: Denn‘s Biomarkt. Tomaten und Öl sind deutlich belastet und damit nur ausreichend.

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