Bier­deckel. Die Strich­liste muss stimmen.

Bei einer langen Feier trinkt mancher vielleicht mal ein paar Schnäpse zu viel. Zu viel bezahlen möchte hingegen niemand. Das wollte auch der Kunde nicht, der in einer Gast­stätte zu einer Geburts­tags­feier einge­laden hatte. Am späten Abend waren viele Schnäpse bestellt worden. Der Gast sollte anschließend eine Rechnung von fast 2 000 Euro zahlen. So viel sei nicht getrunken worden, meinte er und bezahlte nur einen Teil. Der Wirt verklagte ihn auf Zahlung der restlichen 430 Euro.

Das Amts­gericht Augs­burg wies die Klage des Gastronomen jedoch ab (Az. 71 C 4126/16). Er konnte nicht nach­weisen, dass alle Getränke, die er in Rechnung gestellt hatte, auch serviert worden waren. Er legte im Prozess nur eine zusammengefasste Liste der Bestel­lungen vor, die er ohne Zeugen selbst ange­fertigt hatte. Die ursprüng­lichen Strich­listen der Kellner von jenem Abend waren nicht mehr auffind­bar. Er hätte sie als Beweis dafür aufheben müssen, dass seine Rechnung richtig ist, befand das Augs­burger Gericht.

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