Vorbeugen ist besser als zahlen

Die Kassen nehmen ihre Mitglieder in die Pflicht. Wer nicht an Vorsorgeuntersuchungen teilnimmt, muss zahlen.

Die Krankenkassen drängen ihre Mitglieder verstärkt zu Vorsorgeuntersuchungen. Werden sie später chronisch krank und können nicht nachweisen, dass sie an Vorsorgeprogrammen teilgenommen haben, müssen sie mehr aus eigener Tasche zahlen.

Die Kasse darf Vorsorgemuffeln künftig bis zu 2 Prozent ihres Einkommens als Zuzahlung abknöpfen, bislang zahlen alle chronisch Kranken 1 Prozent zu.

Chroniker ist ein Patient, wenn er ein Jahr lang mindestens einmal pro Quartal wegen derselben Krankheit zum Arzt geht und zudem entweder pflegebedürftig gemäß Stufe 2 oder 3 oder zu mindestens 60 Prozent erwerbsunfähig ist.

Noch gesund: Alle Versicherten, die am 1. April dieses Jahres 45 Jahre alt sind, müssen Früherkennungsuntersuchungen wahrnehmen. Frauen müssen sich zum Beispiel regelmäßig auf Brustkrebs untersuchen lassen. Für alle empfohlen werden zum Beispiel vorbeugende Untersuchungen des Darms und der Haut, und zwar in regelmäßigen Abständen.

Ausnahmen sollen noch geregelt werden: Nicht jede chronische Krankheit nämlich lässt sich frühzeitig durch Vorsorgeuntersuchungen erkennen beziehungsweise nicht jede Vorsorgeuntersuchung ist auch sinnvoll.

Wer in welchem Alter ab wann welche Untersuchungen nachweisen muss, wird erst noch festgelegt. Zuständig dafür ist der gemeinsame Bundesausschuss, der unter die Lupe nimmt, wie sinnvoll solche Untersuchungen sind.

Die Koppelung der Zuzahlung mit der regelmäßigen Inanspruchnahme von Vorsorgeuntersuchungen wird zum 1. ­Januar 2008 wirksam, wenn der Gemeinsame Bundesausschuss die erforderlichen Ausnahmeregelungen definiert hat.

Der Nachweis, teilgenommen zu haben, ist einfach zu erbringen: Der Arzt dokumentiert sie in einem Bonusheft. Die Hefte geben die Kassen aus.

Chronisch krank: Kassenpatienten, die bereits chronisch krank sind, müssen an den Chronikerprogrammen teilnehmen, die ihnen ihre Kasse empfiehlt. Weigern sie sich, müssen sie die 2 Prozent Zuzahlung in Kauf nehmen.

Tipp: An Vorsorgeuntersuchungen teilzunehmen kann sich sofort und nicht erst beim Auftreten einer chronischen Erkrankung finanziell auszahlen. Fragen Sie nach dem 1. April bei Ihrer gesetzlichen Krankenkasse nach, ob die Kasse Ihnen dafür in absehbarer Zeit günstigere Tarife einräumt. Sogar Beitragsrückerstattungen können drin sein.

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