Profile von Gesundheitsportalen: Einzelkämpfer und große Teams

Gesundheitsportale Test

Gesundheitsportale im Internet erheben den Anspruch „unabhängiger und umfassender Information“ (netdoktor.de), Inhalte, die „höchste Qualitätsansprüche“ erfüllen und „immer auf dem medizinisch aktuellen Stand“ sind (Onmeda). MedizInfo will „Verbrauchern und medizinischem Fachpersonal einen Informationsservice ... bieten, der einen wirklichen Nutzen stiftet“. Viele Anbieter beteiligen sich an Qualitätsprüfungen, führen Qualitätssiegel – eine Art formale Qualitätssicherung, allerdings ohne Prüfung des fachlichen Inhalts.

Generalisten und Spezialisten. Im deutschsprachigen Internet finden sich leicht mehr als 100 Gesundheitswebsites. „Generalisten“ oder zum Beispiel auf Krebserkrankungen, Ernährungsthemen, Kosmetik, Kinderwunsch, Schwangerschaft, Säuglingspflege spezialisierte (nicht im Test).

Informieren können sich Nutzer bei „Generalisten“ über 500 bis 800 Indikationen (je nach Zählweise), zum Beispiel von Akupunktur bis Zystitis (Blasenentzündung). Einige Portale ermöglichen den Kontakt zu Experten in einer vir­tuellen Sprechstunde. News­letter, Selbsttests, Medizin-Quiz, Gewinnspiele, Bio-Wetterbericht, Veranstaltungskalender und Versicherungsrechner gehören häufig mit zum Service.

Zu den Ersten zählte MedizInfo, seit 1996 aktiv, als „Textportal“ optisch auch heute noch der Gründerzeit verhaftet. 1998 startete netdoktor.dk in Dänemark, ein Jahr später netdoktor.de. netdoktor.at ist davon übrigens unabhängig. Nach den Zugriffszahlen liegt MedizInfo hinter netdoktor.de und Onmeda (zuvor www.medicine-worldwide.de) auf Platz drei.

In Konkurrenz stehen Einzelkämpfer (MedizInfo) und relativ große Unternehmen wie vitanet.de. Nach eigenen Angaben arbeiten Portale wie MedizInfo mit drei Mitarbeitern, darunter zwei redaktionellen. imedo.de und vitanet.de haben 25 bis 30 Mitarbeiter, darunter 20 redaktionelle (vitanet.de). Betreiber von gesundheit.de ist ein Pharmagroßhandel. Hinter GesundheitPro.de, netdoktor.de stehen Verlagsgruppen (siehe Tabelle), bei Onmeda indirekt der Axel-Springer-Verlag.

Finanziert werden Gesundheitsportale vor allem durch Werbeeinnahmen. Werbung für Alkohol, Tabak und Glücks­spiel wird in der Regel ausge­schlossen, Werbung für Selbstmedikationsarznei, allerlei Gesundheitsprodukte oder zur Nahrungsergänzung ist aber willkommen. Es gibt aber noch weitere Einnahmequellen: Zum Teil werden Lizenzen für fachliche Inhalte verkauft. qualimedic.de bietet eine kostenpflichtige ärztliche Beratung an, so bei meinpsychiater.de.

Die Zukunft liegt bei Bildern, 3-D-Darstellungen, im (teuren) Multimedia­ausbau mit Videos oder Internetfern­sehen: vitanet.de macht es mit DocMedTV bereits vor, imedo.de bietet ebenfalls Gesundheits-TV mit einem Mediziner an und GesundheitPro.de Ähnliches.

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