Rechtsfragen: Begrenzte Auskunft

Das Fernbehandlungsverbot. Es ist verboten, einen unbekannten Patienten aus der Ferne persönlich medizinisch zu beraten oder eine Therapie zu empfehlen. Ärzte können aber im Internet über Krankheiten, Symptome und Behandlungsmöglichkeiten Auskunft geben, abstrakt und generell.

Ein grenzwertiger Fall. Wir haben in Portalen mit Auskunftsservice zu fünf Testmodellen persönliche medizinische Fragen gestellt. Zu Verstößen gegen das Fernbehandlungsverbot kam es nicht. Ein Fall war grenzwertig. Gefragt wurde bei vitanet.de zum Modell Blasenentzündung: „Muss ich damit zum Arzt gehen? Muss ich vielleicht ... Medikamente einnehmen?...“ Ein Arzt antwortete: „...Gehen Sie ... zum Arzt und lassen sich einmal gründlich untersuchen. Behandelt wird am besten mit einem Antibiotikum, welches ... nach einer Erregerbestimmung ausgewählt wird, um sicherzugehen, dass der Keim nicht schon resistent ist. Ganz wichtig zur Behandlung und Vorbeugung ist, dass Sie regelmäßig und ausreichend trinken, um die Blase zu spülen.“ Diese Antwort stellt im Prinzip eine medizinische Beratung mit Therapieempfehlung dar. Abgemildert wird sie nur durch den Hinweis, einen Arzt aufzusuchen und „sich ... gründlich untersuchen“ zu lassen.

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