Gesund­heits­kosten Meldung

Fahr­stuhl­einbau, Fett­absaugung, Betreuungs­kosten fürs Alters­heim: Drei Finanz­gerichts­urteile zeigen, in welchen Fällen Steuerzahler hohe Kosten für ihre Gesundheit absetzen können – und in welchen nicht. Wichtig: Steuerzahler sollten sich recht­zeitig um die richtigen Belege kümmern, wenn sie mit Kosten für Krankheiten Steuern sparen wollen.

Behinderten­aufzug ist außergewöhnliche Belastung

Für einen Fahr­stuhl, den Eheleute in ihr Einfamilien­haus einbauen ließen, muss das Finanz­amt 65 000 Euro als außergewöhnliche Belastung anerkennen. Beide Partner konnten beim Finanzge­richt Köln mit Attesten vom Haus­arzt belegen, dass sie auf den Fahr­stuhl angewiesen waren. Außerdem bestätigte ein Gutachten, dass der preis­wertere Einbau eines Treppenlift bautech­nisch unmöglich war (Az. 14 K 2517/12).

Operation muss medizi­nisch notwendig sein

Vorschnell abge­lehnt als außergewöhnliche Belastung hat das Finanzge­richt Baden-Württem­berg Operations­kosten von 12 000 Euro für eine Fett­absaugung. Das entschied der Bundes­finanzhof (BFH) und gab den Fall zurück. Die Klägerin hat bisher erfolg­los geklagt, weil sie nur ein privatärztliches Attest vorlegen konnte. Aus Sicht des Finanz­gerichts hätten Amts­arzt oder medizi­nischer Dienst der Krankenkasse vor dem Eingriff bescheinigen müssen, dass die Behand­lung medizi­nisch notwendig ist. Das sei nötig, weil die Fett­absaugung (Liposuktion) laut Gesund­heits­amt keine wissenschaftlich anerkannte Behand­lung ist. Ob das Gesund­heits­amt recht hat, soll das Gericht jetzt selbst prüfen, fordert der BFH. Nur wenn Behand­lungen wissenschaftlichen Stan­dards nicht standhalten, sind die Anforderungen an die Belege besonders streng (Az. VI R 51/13).

Entweder Pausch­betrag oder tatsäch­liche Kosten sind absetz­bar

Keinen Erfolg hatte eine Frau, die zum Behindertenpausch­betrag von 720 Euro noch 2 679 Euro Betreuungs- und Pflege­kosten für ihr Seniorenheim als haus­halts­nahe Dienst­leistung abrechnen wollte. Der Bundes­finanzhof entschied: Entweder die Frau nimmt den Behindertenpausch­betrag oder sie weist die Pflege- und Betreuungs­kosten als außergewöhnliche Belastung nach (Az. VI R 12/12).

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